Hi,
danke für Eure Antworten. Ja, ihr habt so Recht, ich muss das Leben erstmal so genießen, wie es jetzt ist. Große Pläne werden sicher irgendwann von selbst auftauchen.
Meine Erkenntnis des Tages:
Ich habe erstmal die Aufgabe, meine Tage so zu gestalten, wie ich es will und ganz bei mir zu bleiben. Damit habe ich im Moment genug zu tun.
Ich muss nur gut für mich sorgen und erstmal lernen, was ich heute wirklich will und das auch umsetzten. Wenn mir das gut gelingt, dann kann ich weiter planen. Jetzt erfordern schon die kleinen Tagespläne meine volle Aufmerksamkeit. Ich stehe am Anfang und darf mir von der Weite des Weges keine Angst einjagen lassen.
Kleine Probleme habe ich genug, Essen genießen lernen ist ein Ziel, es klappt schon ganz gut. Kochen ist noch nicht drin, aber ich schaffe es, mir etwas zuzubereiten und das dann am Tisch mit voller Aufmerksamkeit zu genießen und herauszufinden, was wie schmeckt. Ich freue mich mittlerweile schon auf das Geschmackserlebnis. Nebenbei etwas achtlos in den Mund schieben läuft seit 5 Tagen gar nicht mehr, das tut mir unheimlich gut.
Das nächste wird sein, einkaufen auszuhalten. Ich kann es nicht lange in Geschäften aushalten, und das gilt nicht nur für Lebensmittel.
Erst am Samstag habe ich heulend und tief traurig nach 2 Minuten ein Schuhgeschäft verlassen, weil es mir plötzlich unglaublich schlecht wurde und ich dachte, ich bin die einzige Frau, die mit Kreditkarte in der Tasche nicht shoppen gehen kann und dabei glücklich wird. Sicher ist auch das Übungssache.
Das nächste ist nach Hause zu kommen und allein zu sein in der leeren Wohnung. Man könnte denken, ich muss ja ein schreckliches zu Hause haben.
Nein, so ist es nicht. Ich throne in einer schönen Penthauswohnung mitten in der Stadt mit tollem Weitblick und schöner großer Dachterrasse. Alles ist schick, ich habe liebe Nachbarn, die mich schätzen und zu denen ich immer gehen kann, die auch wissen, was mit mir los ist und um mein Vertrauen bitten, wenn es mir nicht gut geht, also wieso habe ich Angst?
Die Liste kann ich noch erweitern und das sollen die nächsten Ziele sein. Ich habe noch so viele kleine Aufgaben, also muss ich mich davor hüten, in die weite Ferne zu schauen. Ist doch klar, dass ich da denken muss, wenn ich das ganze Leben mit den vielen kleinen Dingen kämpfen soll, und das auch noch bis uralt, dass ich da überlege auszusteigen. (oh Gott, ja, den Gedanken hatte ich tatsächlich doch schon wieder)
Ich muss Schritt für Schritt gehen und lernen und einfach erstmal nur vor meine Füße schauen und aufpassen, wohin ich trete. Dann wird das schon.
Darauf werde ich jetzt achten, heute und jetzt sind wichtig zu leben und zu erleben,
nur darauf werde ich nun meine Achtsamkeit lenken.
Plan für heute: 0,0% Alkohol, Yoga, Lichttherapie, Meditation und gesundes Essen am Tisch. Oh, 7,5 Stunden geh ich auch noch arbeiten.

Ich bin froh, die Kriese von gestern schadlos überstanden zu haben.
LG, Anna