Ich hatte ja versprochen, mich am Ende meiner Aufdosierungsphase wieder zu melden und möchte das hiermit einlösen.
Bevor ich lang erzähle: ich komme nicht über die 25 mg hinaus, that's it. Sobald ich die 30 mg/d - Marke überklettere, habe ich mit Nebenwirkungen zu kämpfen, die man seinem Feind nicht wünscht. Stromschläge in den Händen, Alpträume, Wachträume mit halluzinativem Charakter, Gewaltphantasien, Gedächtnislücken (Sekundenschlaf??), und ein Phänomen, das ich mal "depressive Eskapaden" nennen möchte. Wie vom Blitz getroffen tiefe Traurigkeit, als hätte mir jemand den Boden unter den Füßen weggezogen.
Und nein, all' das verschwindet bei mir nicht, weder nach einer Woche noch nach vier.
Ich habe Baclofen daher Weihnachten abgesetzt.
Und - seitdem ist "es" vorbei.
Weg.
Als hätte ein Jahr mit Baclofen mich geheilt, mein ZNS repariert. Ich habe in meinem Leben gefühlte 1.000 Versuche unternommen, mit der Trinkerei aufzuhören, bestenfalls mal eine Woche geschafft und mich dabei wie ein geprügelter Hund gefühlt.
Und jetzt: vorbei. Mir geht es gut, ich bin zuversichtlich, treibe ein bisschen Sport (nichts großartiges, bisschen Kraftsport, bisschen Laufen), habe angefangen, Musik zu machen (ich wollte immer mal ein Orchesterinstrument lernen, jetzt mache ich es), habe ein paar coole Konferenzen angenommen und freue mich drauf (im März geht es los), plane ein bisschen Weiterbildung (vllt. kommt ja doch noch die Promotion, wer weiß?). Dabei bin ich jetzt nicht überkandidelt oder so, es fühlt sich alles "ganz normal" an, was immer das heißen mag.
Es gibt ab und an mal ein Bierchen oder zwei, keine Exzesse, keine Regelmäßigkeit, kein Weitertrinken, nichts.
Als hätte ich nie was gehabt in Richtung Alkoholproblem.
Ich habe mal das Internet auf links gedreht, aber nur ganz wenige Berichte gefunden, die im Zusammenhang mit Baclofen von einem derartigen Verlauf berichten, ich kann also beim besten Willen nicht sagen, woran es liegt. Dass es an meinem selbst gestalteten Begleitprogramm liegt, glaube ich eher nicht. Dazu habe ich davon eigentlich viel zu wenig auch nur halbwegs konsequent umgesetzt.
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Soll mir, ganz egositisch, aber im Grunde auch egal sein.
Kann so bleiben.
Kann einfach so bleiben.
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Mich hatte mal jemand gefragt, was meine Signatur - das Cary Grant-Zitat - eigentlich soll. Für mich war das eigentlich immer mein Ziel: ich freue mich natürlich, wenn Leute mich mögen, vielleicht hier und da ein bisschen beneiden, gern so bisschen "ich" sein würden. Nur - wozu soll das gut sein, wenn ich selbst lieber alles andere wäre - nur ja nicht ich? Und mein Ziel war, dass ich "ich" sein mag.
Ist jetzt so, seit immerhin zwei Monaten.
Da ich nicht weiß ob, wann, warum ich mich unter den gegebenen Umständen hier nochmal melde, sag' ich mal: danke für die Unterstützung, alles Gute, viel Erfolg auf dem individuellen Wege und bis vielleicht dann mal,
Euer A.