Hi lucidare, Amadeus,
ich schätze, das Missverständnis über den "richtigen" Ansatz besteht darin, dass in Bezug auf Trinken und ggf. wünschenwerter Abstinenz eine Gemengelage entsteht, die durchaus auch von Ambivalenz geprägt ist. Der Stress, sich soweit runterzutrinken, mit allen Folgen an wiedergewonnener Klarheit, Rückschau, Zukunftswünschen etc. verträgt sich sehr schlecht mit einem "Nie wieder Alkohol" (Limbi lässt grüßen). Dafür braucht es ein gehöriges Maß an wiedergewonnener Stabilität und Erfahrung. Wenn's brennt, fühle ich mich sicherer in einem Gebäude, wo mir Schilder den Weg zum Notausgang weisen.
Ich muss nur nicht mehr zwanghaft jeden Tag die Route ablaufen, ob die Exit-Türen noch da sind.
Sich auch psychisch umzustellen, braucht Zeit. Ich bin absolut dagegen, eine AA-Debatte zu führen á la "Du willst ja nicht wirklich aufhören", auch nicht, wenn sie an die Eitelkeit des "Probanden" anknüpft ("Mir würde das gegen den Strich gehen".)
Manchen Leuten fällt es sehr viel leichter, ganz die Finger vom Alkohol zu lassen, weil sie eben kein Stopp kennen, wenn sie anfangen. Es gibt aber auch Leute, die so sauer werden, wenn sie nicht selbstbestimmt wieder "normal" werden dürfen sollen, dass es sie in die Haltlosigkeit zurücktreibt.
Ich will hier nicht den Austausch zwischen Euch plattreden; mir geht es darum, dass beide Positionen Geltung haben dürfen.
Conny