Vorstellung
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Vorstellung
Hallo zusammen!
Ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 37 und lebe in Köln. Mein Weg in die Abhängigkeit begann mit etwa 19 Jahren. Ich hatte davor mit Johanniskraut und dann diversen verschriebenen Antidepressiva (zur Behandlung einer Angststörung und depressiven Tendenzen) sehr gute Erfolge gehabt, die jedoch immer nur von kurzer Dauer waren. Ich war jedoch sehr fasziniert von der Möglichkeit, mich durch ein Medikament (bzw irgendeine andere, auch nicht legale Substanz) grundlegend anders, in vielerlei Hinsicht besser, ausgeglichener, angstfreier und den Anforderungen des Lebens gewachsener zu fühlen.
Ich hatte die Vorstellung, mit dem richtigen Mittel zu anhaltendem inneren Gleichgewicht zu kommen, was sich leider nicht als durchsetzbar erwies. So kam es, dass ich im Laufe der Jahre alles Mögliche benutzt habe, um mich emotional zu justieren: Benzodiazepine gegen die Angst, Amphetamine um aktiver zu sein, und immer wieder versuchsweise Antidepressiva. Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass das alles mehr schlecht als recht funktionierte und wahrscheinlich mehr neue Probleme als Lösungen geschafft hat.
Mittlerweile bekomme ich das Antidepressivum Paroxetin und nach einer ADHS-Diagnose Ritalin verschrieben. Letzteres nehme ich meist in viel zu hohen Dosen ein. Ich habe auch einige Entwöhnungstherapien hinter mir, welche ich jedoch nie regulär abschließen konnte.
Trotz abstinenter Phasen komme ich früher oder später stets an einen Punkt, an dem ich das Verlangen habe, mich zu “entstressen“ oder in eine andere Richtung auszugleichen, wobei auch der Alkohol ins Spiel kommt. Mir gelingt es nicht, über längere Zeit ausreichend Stabil zu sein, um beispielsweise einen Berufsabschluss nachzuholen. Ich habe zwar nicht den Eindruck, dass der Alkohol und die anderen Substanzen das ursächliche Problem für mein Mangel an psychischer Stabilität sind. Sie sind aber ganz sicher ein nicht funktionierendes Bewältigungsschema.
Nun habe ich vielversprechendes über Backofen gelesen und würde es gerne mit einem verschreibungswilligen Arzt ausprobieren. Dafür erhoffe ich mir Tipps bzw. Adressen für den Raum Köln.
Dank & Gruß,
Ingo
Ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 37 und lebe in Köln. Mein Weg in die Abhängigkeit begann mit etwa 19 Jahren. Ich hatte davor mit Johanniskraut und dann diversen verschriebenen Antidepressiva (zur Behandlung einer Angststörung und depressiven Tendenzen) sehr gute Erfolge gehabt, die jedoch immer nur von kurzer Dauer waren. Ich war jedoch sehr fasziniert von der Möglichkeit, mich durch ein Medikament (bzw irgendeine andere, auch nicht legale Substanz) grundlegend anders, in vielerlei Hinsicht besser, ausgeglichener, angstfreier und den Anforderungen des Lebens gewachsener zu fühlen.
Ich hatte die Vorstellung, mit dem richtigen Mittel zu anhaltendem inneren Gleichgewicht zu kommen, was sich leider nicht als durchsetzbar erwies. So kam es, dass ich im Laufe der Jahre alles Mögliche benutzt habe, um mich emotional zu justieren: Benzodiazepine gegen die Angst, Amphetamine um aktiver zu sein, und immer wieder versuchsweise Antidepressiva. Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass das alles mehr schlecht als recht funktionierte und wahrscheinlich mehr neue Probleme als Lösungen geschafft hat.
Mittlerweile bekomme ich das Antidepressivum Paroxetin und nach einer ADHS-Diagnose Ritalin verschrieben. Letzteres nehme ich meist in viel zu hohen Dosen ein. Ich habe auch einige Entwöhnungstherapien hinter mir, welche ich jedoch nie regulär abschließen konnte.
Trotz abstinenter Phasen komme ich früher oder später stets an einen Punkt, an dem ich das Verlangen habe, mich zu “entstressen“ oder in eine andere Richtung auszugleichen, wobei auch der Alkohol ins Spiel kommt. Mir gelingt es nicht, über längere Zeit ausreichend Stabil zu sein, um beispielsweise einen Berufsabschluss nachzuholen. Ich habe zwar nicht den Eindruck, dass der Alkohol und die anderen Substanzen das ursächliche Problem für mein Mangel an psychischer Stabilität sind. Sie sind aber ganz sicher ein nicht funktionierendes Bewältigungsschema.
Nun habe ich vielversprechendes über Backofen gelesen und würde es gerne mit einem verschreibungswilligen Arzt ausprobieren. Dafür erhoffe ich mir Tipps bzw. Adressen für den Raum Köln.
Dank & Gruß,
Ingo
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Re: Vorstellung
Hallo Ingo!
Herzlich willkommen im Forum
! Schön, dass Du zu uns gefunden hast
.
Ich beginne mal - nicht ganz so euphorisch wie üblich
mit einer Frage: Hast Du mit Deinem jetzigen Arzt, der Dir Paroxetin und Ritalin verschreibt, schon mal über Baclofen gesprochen? Ich frage das deswegen, weil Baclofen bei ADHS nicht ganz unkompliziert ist
. Der Arzt, bei dem Du in Behandlung bist, sollte deshalb über alle Medikamente und Krankheiten, die Du hast/nimmst, informiert sein.
Wie Du vielleicht weißt, reagieren viele ADHS-Patienten auf bestimmte Medikamente "paradox", das heißt, die Medikamente bewirken bei diesen Patienten genau das Gegenteil von dem, was sie ursprünglich sollten.
Methylphenidat (Ritalin) ist ja eigentlich ein "Aufputschmittel" mit stimulierender Wirkung, kann aber bei ADHS-Patienten beruhigend wirken ("paradox").
Ähnliches ist auch bei Baclofen bekannt. Baclofen wirkt ursprünglich entspannend, beruhigend, kann aber bei ADHS-Patienten genau das Gegenteil bewirken.
Konkret könnte das heißen, dass die innere Unruhe (Craving) nach der Einnahme von Baclofen bei Dir nicht ab- sondern im ungünstigen Fall sogar zunehmen kann.
Das muss nicht so sein, ist aber durchaus möglich. Käme auf einen Versuch an
.
Solltest Du tatsächlich "paradox" auf Baclofen reagieren, ist das Medikament leider keine Option für Dich.
Meinst Du, Dein Hausarzt ließe sich unter diesen Voraussetzungen auf eine "Probe-Verschreibung" ein? Ich habe ein bisschen Zahnschmerzen dabei, Dich an einen fremden Baclofen-Arzt aus unserer Liste zu verweisen, der von Deiner ADHS-Erkrankung nichts weiß.
Andererseits kannst Du nur rausfinden, ob Du "paradox" auf Baclofen reagierst, wenn Du's vorsichtig ausprobierst
Mal abwarten, wie unser Admin @DonQuixote und die anderen das sehen...
Papfl
Herzlich willkommen im Forum
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Ich beginne mal - nicht ganz so euphorisch wie üblich

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Wie Du vielleicht weißt, reagieren viele ADHS-Patienten auf bestimmte Medikamente "paradox", das heißt, die Medikamente bewirken bei diesen Patienten genau das Gegenteil von dem, was sie ursprünglich sollten.
Methylphenidat (Ritalin) ist ja eigentlich ein "Aufputschmittel" mit stimulierender Wirkung, kann aber bei ADHS-Patienten beruhigend wirken ("paradox").
Ähnliches ist auch bei Baclofen bekannt. Baclofen wirkt ursprünglich entspannend, beruhigend, kann aber bei ADHS-Patienten genau das Gegenteil bewirken.
Konkret könnte das heißen, dass die innere Unruhe (Craving) nach der Einnahme von Baclofen bei Dir nicht ab- sondern im ungünstigen Fall sogar zunehmen kann.
Das muss nicht so sein, ist aber durchaus möglich. Käme auf einen Versuch an
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Solltest Du tatsächlich "paradox" auf Baclofen reagieren, ist das Medikament leider keine Option für Dich.
Meinst Du, Dein Hausarzt ließe sich unter diesen Voraussetzungen auf eine "Probe-Verschreibung" ein? Ich habe ein bisschen Zahnschmerzen dabei, Dich an einen fremden Baclofen-Arzt aus unserer Liste zu verweisen, der von Deiner ADHS-Erkrankung nichts weiß.
Andererseits kannst Du nur rausfinden, ob Du "paradox" auf Baclofen reagierst, wenn Du's vorsichtig ausprobierst

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Papfl
„Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt."
Albert Einstein (1879 - 1955)
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Re: Vorstellung
Hallo Ingo!
Ein nur ganz kurzes Hallo mit dem Handy von unterwegs. Ich melde mich ausführlicher dann heute Abend!
DonQuixote
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DonQuixote
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Re: Vorstellung
Hallo se7en,
herzlich willkommen. Ich bin recht neu hier und fühle mich in diesem Forum sehr gut aufgehoben. Wollte kurz zur ADHS Diagnose etwas sagen, da diese bei mir - neben Angssymptomatik - auch gestellt wurde und ich Ritalin ebenfalls phasenweise eingenommen habe.
Baclofen nehme ich erst den 3. Tag und kann keine paradoxe Wirkung feststellen. Im Gegenteil, ich war von der ersten Einnahme an (6,25 mg) ruhiger, zwar müde, konnte mich aber dennoch konzentrieren. Fühle mich wohler als nach MPH-Einnahme. MPH macht mich zwar sehr fokussiert und hat bei mir auch eine positive Wirkung gegen Sozialphobie, ich war aber teilweise aggressiver, und das Craving war eher stärker als ohne.
Was @Papfl geschrieben hat, habe ich allerdings öfter auch gelesen und Vorsicht ist geboten.
Hoffe, dass du noch weitere Kommentare dazu bekommst.
LG
Choklat1
herzlich willkommen. Ich bin recht neu hier und fühle mich in diesem Forum sehr gut aufgehoben. Wollte kurz zur ADHS Diagnose etwas sagen, da diese bei mir - neben Angssymptomatik - auch gestellt wurde und ich Ritalin ebenfalls phasenweise eingenommen habe.
Baclofen nehme ich erst den 3. Tag und kann keine paradoxe Wirkung feststellen. Im Gegenteil, ich war von der ersten Einnahme an (6,25 mg) ruhiger, zwar müde, konnte mich aber dennoch konzentrieren. Fühle mich wohler als nach MPH-Einnahme. MPH macht mich zwar sehr fokussiert und hat bei mir auch eine positive Wirkung gegen Sozialphobie, ich war aber teilweise aggressiver, und das Craving war eher stärker als ohne.
Was @Papfl geschrieben hat, habe ich allerdings öfter auch gelesen und Vorsicht ist geboten.
Hoffe, dass du noch weitere Kommentare dazu bekommst.
LG
Choklat1
Versöhnen heißt, dass ich ganz bei mir bin, dass ich mich spüre, dass ich mich freue über mich, so wie ich bin. So wie ich bin, bin ich einmalig
Anselm Grün - Einladung zum Leben
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Re: Vorstellung
Hi Ingo,
auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum, schön, dass Du zu uns gefunden hast!
Es ist ja nun schon einiges gesagt zum Thema ADHS, aber lass' mich Dich bitte noch auf einen Beitrag von @jivaro hinweisen, einer der erfahrensten Baclofen-Ärztinnen in Deutschland.
Den angesprochenen Beitrag findest Du .
Das nur, um zu verdeutlichen, dass bei feststehender Diagnose ADHS zumindest Vorsicht geboten ist.
Alles Gute und viel Erfolg trotzdem (wird schon schiefgehen...*daumendrück*) wünscht
Willo
auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum, schön, dass Du zu uns gefunden hast!
Es ist ja nun schon einiges gesagt zum Thema ADHS, aber lass' mich Dich bitte noch auf einen Beitrag von @jivaro hinweisen, einer der erfahrensten Baclofen-Ärztinnen in Deutschland.
Den angesprochenen Beitrag findest Du .
Das nur, um zu verdeutlichen, dass bei feststehender Diagnose ADHS zumindest Vorsicht geboten ist.
Alles Gute und viel Erfolg trotzdem (wird schon schiefgehen...*daumendrück*) wünscht
Willo
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