Guten Morgen miteinander!
Mittwoch, Baclofen Tag 56: morgens 12,5, mittags 12,5, abends 12,5, nachts 12,5
getrunkene Menge: 0,02 l oder 0,03l
Allgemeines Befinden: sehr gut
Trinkverlangen: null
Gestern zum geburtstagsbeglückwünschenden Anstoßen einen Schluck Sekt getrunken. Hat nicht geschmeckt.

Leute, manchmal passiert das Leben einfach so, und von einer Sekunde auf die andere kann sich plötzlich vieles ändern. So habe ich gestern "festgestellt"/erfahren, dass mein Sohn Legastheniker ist. Ganz neu kommt das nicht, ich beobachte das schon länger und habe auch damit gerechnet. Ist aber immer was anderes, wenn es bestätigt wird. Das ist natürlich keine Krankheit und auch bei weitem kein Drama, und doch erfordert es viele Umstellungen in verschiedenen Bereichen.
Mein Mann ist damit wie immer umgegangen: mit Wein. Er möchte ja gerne "nachziehen", allerdings aus "eigener Kraft" und hat sich vorgenommen, täglich von 3 auf 2 Flaschen Wein zu reduzieren - was natürlich nicht funktioniert. Die Situation gestern war für ihn der willkommene Anlaß, sich die Kante zu geben. Teilweise aus diesem idiotischen Frust heraus "doch nicht MEIN Sohn", teilweise und ganz paradox aus dem Frust heraus, dass er seinen Konsum eben doch nicht so zügeln kann, wie er sich das gedacht hat.
Jedenfalls habe ich dann irgendwann auch die ganze geballte Energie dieses Frustes abbekommen. Ich sei egoistisch und würde ihm überhaupt nicht helfen, ihn in keinster Weise unterstützen, etc. Teilweise ist das auch richtig. Ich bin nicht seine Mutter, kann ihn nicht ans Händchen nehmen und ihm seine (Lebens)entscheidungen abnehmen. Ich werde mich auch nicht hinstellen und ihm das Trinken verbieten.
Man kann hier schön sehen, wie stark Alkohol die Wahrnehmung vernebelt, oder nicht? Statt sich mit dem gerade aktuellen Thema auseinanderzusetzen (Sohn, Legasthenie) vollkommen bei sich und im eigenen Sumpf zu bleiben. Damit kann ich ganz schlecht umgehen, auch wenn ich das durch meine eigene Vergangenheit sehr gut nachvollziehen kann.
Hallo Choklat!
Ich glaube, diese eine Angst kann ich Dir nehmen: man "funktioniert" durchaus, trotz Müdigkeit. Die äußert sich bei jedem anders, und vielleicht bist Du auch gar nicht davon betroffen. DIe Müdigkeitsphasen äußern sich bei mir so: es kommt vollkommen abrupt, von jetzt auf gleich werden die Augen total bleiern und schwer und es strengt an, sie auf zu halten. Davon habe ich am Tag zwischen 2-5 Phasen. ABER: das geht unheimlich schnell weg. Vielleicht reden wir hier von 5, maximal 10 Minuten, die ich so gerädert bin. Danach ist es wie weggeblasen. Und klar im Kopf ist man auch in diesen Phasen. Läßt sich also hervorragend in den laufenden Alltag integrieren!
Bin gespannt, wie Dein "Tag 1" ist!!
Liebe Grüße und Drücker an alle!
Mellchen