Beitragvon GoldenTulip » 17. April 2012, 12:48
Liebe Susann,
Du kannst hier jede Fragen stellen, die Dich beschäftigt. Hier ist kein Club, bei dem Baclofen die Eintrittskarte ist, sondern ein Forum, wo sich alle, die ihren Umgang und ihr Verhältnis zum Alkohol in Frage stellen, austauschen können. Bac ist eine Option, und der Vorteil hier ist, dass etliche Mitglieder Erfahrungen damit gemacht haben und machen.
Pascoflair ist eine sehr gute Idee, ich habe bei dem Zeug als einziges eine deutlich aufhellende Wirkung verspürt (nehme 2x am Tag), und zwar eine sehr schnell einsetzende.
Hauptsächlich sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Verabschiedung vom Alkohol ein längerer Prozess ist. Ob mit Bac oder ohne. Den Reflex, sich bei Schwierigkeiten, Stress etc. betäuben zu wollen, "umzuerziehen" dauert seine Zeit und Auseinandersetzung mit sich selbst (bei den meisten, manche Rabiatiker nehmen Bac, kein Craving, kein Alk mehr, aus die Maus. Das sind aber nicht die meisten.
Ich erwähne das deshalb nochmal, weil ich bei Dir rauslese, weshalb dies und jenes alles nicht machbar ist und funktionieren kann, statt eventuell mal umgekehrt zu schauen: Was möchte ich am Ende herausbekommen und wie stelle ich das an.
Nach langer Zeit der Trinkerei wäre ja z.B. auch denkbar, den nächsten Urlaub für Selbstentzug/ Klinikentgiftung mit Baclofenversuch zu reservieren. Auf ein paar Wochen kommt es m.E. nicht unbedingt an. Schaff Dir die bestmöglichen Bedingungen - unter Extremstress ist solch eine Veränderung schwer durchzuhalten. Und hinter jedem "Geht-nicht-weil" dürfte immer auch eine gehörige Portion Angst vor Veränderung stecken. Diese Ängste versuche ich herauszufiltern und zu analysieren, ihnen die Sabotagemacht zu nehmen.
Es geht bei vielen natürlich auch ohne Baclofen (kannst auf Saufnix.de mal reinschauen, einige dort sind aber manchmal etwas, hm, undiplomatisch bei Neuzugängen, die sich innerlich noch nicht entschieden haben. Egal, lernen kann man da allemal was.)
aber warum sollte man es sich schwerer machen, als es ohnehin schon ist. Auch ohne Suchtdruck wirbelt es einem ganze Lebensabschnitte um die Ohren, wenn dann noch körperlich Craving dazukommt, braucht man ganz schöne Willens- und Nervenstärke, das auszuhalten.
Und ob man dann arbeitsfähiger ist als mit Baclofen, beweifle ich erheblich.
Du kannst ja als Gedankenspiel mal ein Szenario ausmalen, bei dem Du Dir vorstellen könntest, keinen Alkohol mehr zu "brauchen" (nach dem Körperlichen Entzug). Wie müsste Dein Leben sein? Welche alternativen Bewältigungsstrategien bei Stress wären denkbar. Was kannst Du hier und jetzt aktuell schon beeinflussen und ändern? Was brauchst Du?
Liebe Grüße
Conny
Siegreiche Krieger siegen bevor sie in den Krieg ziehen, während Verlierer erst in den Krieg ziehen und dann versuchen, zu gewinnen. Sunzi.
Wenn Du nichts tun kannst, tu, was Du tun kannst. Conny.
In respektvollem Gedenken an Aaron Swartz