Nachdem ich letzten Mittwoch (15.08.2012, abends) mit meiner Baclofen-Therapie begonnen habe, möchte ich hier in unregelmäßigen Abständen (je nach Bedarf

Bei der Vorbereitung auf die Eigentherapie hat sich (leider mal wieder) der Perfektionist in mir durchgesetzt, und ich habe - noch vor Beginn der Tab-Einnahme - einen ausgeklügelten "Baclofen-Fahrplan" für mich erstellt (). Schon in meinen Therapien (2004 und 2006) legte man mir immer wieder nahe, meine perfektionistischen Ansprüche ein Stück weit herunter zu schrauben, weil diese (mit) ein Grund für meine Sucht/Abhängigkeit seien ("Wer sich die Latte vor jedem Sprung stets zu hoch legt, muss zwangsläufig scheitern..."). Naja, ich versuche immer wieder, das abzulegen, aber manchmal geht's eben mit mir durch
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Ursprünglich wollte ich an Tag 1 strikt nach Plan mit 5mg-5mg-5mg beginnen. Als ich meine Tabletten (100 Stk. 10 mg Lioresal) allerdings am Mittwochnachmittag in der Apotheke abgeholt hatte, wollte ich doch nicht mehr bis zum nächsten Tag warten und habe am Mittwochabend (19:00 Uhr) bereits 5 mg geschluckt.
Im Nachhinein betrachtet war das vielleicht gar nicht so schlecht, weil sich der Körper über Nacht möglicherweise eher auf das neue Medikament einstellen kann...
Überhaupt scheinen mir die drei Gs ("Geduld-Geduld-Geduld") einer der Hauptfaktoren bei der BAC-Einnahme zu sein, denn mein Verhalten als "Süchtiger" war ja über Jahre hinweg stets darauf ausgerichtet, möglichst schnell eine möglichst große Wirkung zu erzielen.
Da ich - jetzt nach fünf Tagen - auch heute (10mg-5mg-5mg) praktisch keine Wirkung verspüre, ist die Versuchung schon groß, schneller zu erhöhen. Was natürlich Quatsch wäre..."Gut Ding will [schließlich] Weile haben".
Überhaupt scheinen mir die Ansprüche, die ich plötzlich an BAC stelle, in gewisser Weise schon paradox: Ich habe knapp zwanzig Jahre intensivst getrunken...jetzt ist es gerade mal drei Wochen her, dass ich Ameisens Buch gelesen habe; fünf Tage, dass ich BAC selbst einnehme (und das in einer relativ geringen Dosis); und ich will quasi von heute auf morgen "geheilt" sein
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Vielleicht sollte - nein darf ich gar nicht so einen hohen Erwartungsdruck aufbauen und muss BAC vielmehr als Chance sehen, die - wenn es denn klappen sollte - alles, was ich bisher in punkto Suchtbehandlung ausprobiert habe, in den Schatten stellen wird!
Sind da ein paar Wochen "Warten" zu viel verlangt?
Und was wäre die Alternative: Wieder regelmäßige Totalabstürze nach maximal sechs Monaten Abstinenz? Wieder schlaflose, durchgezitterte und durchgekotzte Nächte beim kalten Entzug? Wieder einmal das Selbstwertgefühl total im Eimer?
Nein Danke. Da gebe ich lieber mir und BAC eine Chance!
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Bis demnächst!
Papfl
P.S.: Vielleicht noch kurz zum Medizinischen nach fünf Tagen BAC: Unangenehme Nebenwirkungen hatte ich bis jetzt quasi keine, was wahrscheinlich auch auf die moderate Dosierung zurück zu führen ist. An Tag 2 und 3 (eigentlich keine nennenswerten) Einschlafstörungen (habe dann einfach zwei Baldriantabletten von KNEIPP (500 mg) genommen und war schon nach wenigen Minuten "weg"). Da meine Kaliumwerte ohnehin häufig im Keller sind, nehme ich prophylaktisch täglich noch eine Kalinor-Brausetablette ein.