
Ich habe hier --aus gegebenem Anlass--in den letzten Tagen viel "reingelesen", finde das Forum sehr sympathisch und "undogmatisch" , habe mich deshalb hier angemeldet und will mich mal kurz vorstellen:
Zu meiner Vorgeschichte könnte ich Bände schreiben; zusammengefaßt :
Bin 35, männlich, alkoholkrank : War bis zum letzten Jahr meist der Typ "funktionierender Alkoholiker", d. h. "nur" abends getrunken; tagsüber gearbeitet & nie gefehlt; kein Kontrollverlust---allerdings hat sich meine Dosis über die Jahre langsam aber kontinuierlich in den letzten 15 Jahren von 2 x 0,5 auf 6 x 0,5 Bier gesteigert und zumindest innerhalb der letzten Jahre gabs keine Tage mehr ohne.....

Dazu kamen ---immer in emotionalen Streßsituationen ----aber auch immer wieder Phasen, in denen ich tageweise so richtig "abgestürzt" bin........selbstzerstörerisches Frusttrinken, da war mir dann Alles egal--- dann wieder zurück zum unauffälligen abendlichen Pegeltrinken (so ein bißchen das "Harald-Juhnke-Stehaufmännchen-Ding" vielleicht).......
Opiatabhängig war ich auch ne Weile; habe im September aber Methadon kalt zu Hause entzogen, seitdem Opiat-Clean.
Im letzten Jahr ist aber so viel Scheiße aufeinmal passiert ---WAS KEINE RECHTFERTIGUNG IST ---(Insolvenz des Arbeitgebers; Folge: Verlust von > 2Monatsgehältern, Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme.......dazu kam noch eine private Enttäuschung

Tja....die Endstation war eine Entgiftung vom 5---16.1. mittels Distraneurin & Diazepam.
Nun bin ich trocken, Blutdruck & Puls bei Entlassung ---anfangs astronomisch---völlig normal; Leberwerte in den 2 Wochen deutlich verbessert............aber das Craving......heftigst!!!!!
Lange Rede, kurzer Sinn : Habe mich schon länger über Bac informiert; nehme es seit dem 16.1. "off-label" und bin bisher sehr zufrieden.....Craving hat deutlich nachgelassen und bereits am 17.1. konnte ich---obwohl das die erste Nacht ohne Diaz war---zum ersten Mal wieder durchschlafen!!!
Unangenehme NW sind bisher auch ausgeblieben.....
Dass es keine "Wunderpille" ist, ist mir aber auch klar und ich mache ab Di, 22.1. (also übermorgen!) eine Therapie in einer Tagesklinik, da ich imho in erster Linie die Ursachen meines Alk/Opiat-Mißbrauchs aufarbeiten muss (v.a. Depressionen, Minderwertigkeitskomplex, Sexuelle Frustration--hatte noch nie eine Beziehung--, hohe Frustrationsintoleranz
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NUN ABER MEINE FRAGE : SOLL ICH DAS MIT DEM BAC IN DER TAGESKLINIK SAGEN ODER NICHT????????????? ERFAHRUNGNSWERTE????
PRO: ---Man sollte imho in so einer Therapie ehrlich sein
CONTRA: ----die meisten Ärzte/Drogenberater haben nie davon gehört & viele mögen es nicht so gerne, wenn der Patient "mehr weiß" als sie selbst
----Da es ja keine offizielle Indikation als Anti-Craving-Substanz hat, fürchte ich, dass die es mir verbieten und mir stattdessen irgendwas geben, was mir nicht hilft & heftigere NW hat (Neuroleptika z. B.)
Ich habe schon gemerkt, dass man Bac bei manchen Gruppen wie AA oder Synanon garnicht erwähnen darf (genauso Tabu wie Kontrolliertes Trinken).......wie das aber bei einer Entwöhnungsbehandlung im teilstationären Rahmen sein wird?????
Wahrscheinlich hängt es vom Doc ab & ich muss nach meinem Gefühl entscheiden......trotzdem WÜRDE ICH MICH ÜBER ERFAHRUNGSWERTE SEHR FREUEN!!!!!!

VLG, DJANGO
PS: Falls die Frage in ein anderes Unterforum soll----bitte einfach Bescheid geben!