Trocken
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Trocken
Hallo,
ich beobachte dieses Forum schon seit Jahren und bin überzeugt, dass ihr mir das Leben gerettet habt. Dank euch bin ich trocken. Deshalb nehme ich mir jetzt auch die Zeit meinen Leidensweg inkl. Happy End zu veröffentlichen. Entscheidend ist, dass es Lioresal gibt und dass man es im Internet bestellen konnte. Lioresal ist die einzige Form von Baclofen, die man auch in hohen Dosen anwenden kann, ohne Magenkrämpfe zu bekommen oder sich „tot zu kotzen“.
Ich hatte mich vor Monaten hier angemeldet um die Liste der „Baclofen-Ärzte“ zu erhalten und günstig an Lioresal zu kommen. Aber ich vermutete, dass ich dann nie wieder einen Tropfen Alkohol trinken dürfte und zu den Treffen der AA gehen solle. Mehrere Versuche den Entzug auf eigene Faust zu versuchen sind daran gescheitert, dass es für mich unvorstellbar ist, nie wieder im Leben Alkohol zu trinken. Trotz hoher Dosen Lioresal (150 mg) wollte mich der Alien in meinem Kopf ab etwa 14 h zum Saufen überreden. Meistens hat er es geschafft und mir mal wieder bewiesen, welch ein unglaublicher Versager ich bin. Aus dieser Erfahrung heraus habe ich die Entscheidung für einen Arzt immer weiter aufgeschoben.
Mittlerweile hatte ich seit 30 Jahren gesoffen und brauchte zur halben Flasche Wodka noch 75 mg Lioresal gegen Schlafstörungen und das Zittern am Morgen. Daran hat mir nichts mehr Spaß gemacht, es war Stress pur und einfach ekelhaft. Ich war völlig verzweifelt und hatte mir schon für den Notfall eine Pistole organisiert, um dem Elend ein Ende zu setzen. Die „Folterkammern“ der deutschen Entzugskliniken und all die Erniedrigungen durch Ärzte sind nie eine Option für mich gewesen - dann lieber tot. Es war auch nicht vorstellbar, dass ich zu den 40% gehöre, die nicht rückfällig werden. Also hatte mein Leben eigentlich keinen Sinn mehr. Nach dem auch noch eine Lioresal-Lieferung aus Spanien ausblieb, bin ich fast wahnsinnig geworden. Dann habe ich fast eine Woche Internetrecherche betrieben, um anders an Lioresal zu kommen oder rezeptfreie Medikamente zu finden, die mir helfen könnten. Dabei bin ich auf Gaba- und Kudzu-Pulver gestoßen.
Meine Pillen gingen zur Neige und ich habe den Alkoholentzug nach folgendem Plan vorgenommen:
Erste Woche
- 150 mg Lioresal (über den Tag verteilt)
- 25 mg Trimipramin (Antidepressiva, hatte mir mein Arzt vor Jahren verschrieben, macht abhängig und hundemüde, sollte jetzt den Alien in Schach halten)
Die Theorie war, dass der Alkoholentzug nach etwa einer Woche ohne weitere Nebenwirkungen abgeschlossen ist und das verbleibende Zittern auf die Pillensucht zurück zu führen ist. Also musste ich jetzt erst mal von Lioresal runter. Ich habe meinem Arzt etwas von Krämpfen im Bein erzählt und ausnahmsweise Tizanidin (Muskelentspanner) verschrieben bekommen.
Zweite Woche
- 20 mg Tizanidin (über den Tag verteilt, täglich bis an die Zittergrenze reduziert)
- 25 mg Trimipramin
Die Theorie war, mit Tizanidin den Lioresal-Entzug zu überstehen, aber innerhalb einer Woche noch nicht Tizanidinabhängig zu sein. Tizanidin ist zwar dem Lioresal ähnlich, aber eben nicht genau das Gleiche. Als letztes musste ich dann Tizanidin und Trimipramin absetzen.
Dritte Woche
- 20 g Gabapulver (über den Tag verteilt, kaum Zittern, dafür Bauchschmerzen)
- 2 x 500 mg Kudzu (vormittags und abends)
- Tizanidin (2 mg zwischendurch, im äußersten Notfall)
- Trimipramin (in Abständen von zwei Tagen um jeweils ¼ reduziert)
Jetzt musste ich nur noch den Gaba-Konsum einschränken und kleine Mengen Tizanidin entziehen. Cannabis rauchen wäre sicher sehr hilfreich gewesen, kenne aber leider niemanden, der mir das besorgen könnte.
Nach drei Wochen
- 2 x 500 mg Kudzu (vormittags und abends)
- Unmengen Johanniskrauttee (über drei Liter)
- Hoggar Night (vor dem Schlafengehen)
Ich bin trocken. Es ist mir relativ leicht gefallen und ich werde mich ein mal pro Jahr kurz melden, um zu berichten, dass ich nach wie vor trocken bin. Wichtig ist, dass ich die ersten zwei Wochen Urlaub hatte und die anschließenden zwei Wochen unter einer Grippe mit bis zu 40 Grad Fieber litt.
Ich bin sicher, dass ich diesmal keinen Rückfall bekomme, weil der Alien in meinem Kopf von dem „Wundermittel Kudzu“ in Schach gehalten wird (Tipp an alle die trocken sind: schluckt Kudzu!). Beim Anblick von Alkohol wird mir fast übel. Ich müsste Kudzu schon absetzen, um überhaupt ein Glas Wein etc. herunter zu bekommen. Aber den anfänglichen Mörderentzug von einer halben Flasche Wodka kann man nur mit Lioresal schaffen. Leider scheint die Quelle in Spanien zu versiegen und mir tun alle alkoholabhängigen Menschen, die diese Chance nicht mehr nutzen können, unendlich leid. Ich habe es gerade noch geschafft - Gott sei Dank!
ich beobachte dieses Forum schon seit Jahren und bin überzeugt, dass ihr mir das Leben gerettet habt. Dank euch bin ich trocken. Deshalb nehme ich mir jetzt auch die Zeit meinen Leidensweg inkl. Happy End zu veröffentlichen. Entscheidend ist, dass es Lioresal gibt und dass man es im Internet bestellen konnte. Lioresal ist die einzige Form von Baclofen, die man auch in hohen Dosen anwenden kann, ohne Magenkrämpfe zu bekommen oder sich „tot zu kotzen“.
Ich hatte mich vor Monaten hier angemeldet um die Liste der „Baclofen-Ärzte“ zu erhalten und günstig an Lioresal zu kommen. Aber ich vermutete, dass ich dann nie wieder einen Tropfen Alkohol trinken dürfte und zu den Treffen der AA gehen solle. Mehrere Versuche den Entzug auf eigene Faust zu versuchen sind daran gescheitert, dass es für mich unvorstellbar ist, nie wieder im Leben Alkohol zu trinken. Trotz hoher Dosen Lioresal (150 mg) wollte mich der Alien in meinem Kopf ab etwa 14 h zum Saufen überreden. Meistens hat er es geschafft und mir mal wieder bewiesen, welch ein unglaublicher Versager ich bin. Aus dieser Erfahrung heraus habe ich die Entscheidung für einen Arzt immer weiter aufgeschoben.
Mittlerweile hatte ich seit 30 Jahren gesoffen und brauchte zur halben Flasche Wodka noch 75 mg Lioresal gegen Schlafstörungen und das Zittern am Morgen. Daran hat mir nichts mehr Spaß gemacht, es war Stress pur und einfach ekelhaft. Ich war völlig verzweifelt und hatte mir schon für den Notfall eine Pistole organisiert, um dem Elend ein Ende zu setzen. Die „Folterkammern“ der deutschen Entzugskliniken und all die Erniedrigungen durch Ärzte sind nie eine Option für mich gewesen - dann lieber tot. Es war auch nicht vorstellbar, dass ich zu den 40% gehöre, die nicht rückfällig werden. Also hatte mein Leben eigentlich keinen Sinn mehr. Nach dem auch noch eine Lioresal-Lieferung aus Spanien ausblieb, bin ich fast wahnsinnig geworden. Dann habe ich fast eine Woche Internetrecherche betrieben, um anders an Lioresal zu kommen oder rezeptfreie Medikamente zu finden, die mir helfen könnten. Dabei bin ich auf Gaba- und Kudzu-Pulver gestoßen.
Meine Pillen gingen zur Neige und ich habe den Alkoholentzug nach folgendem Plan vorgenommen:
Erste Woche
- 150 mg Lioresal (über den Tag verteilt)
- 25 mg Trimipramin (Antidepressiva, hatte mir mein Arzt vor Jahren verschrieben, macht abhängig und hundemüde, sollte jetzt den Alien in Schach halten)
Die Theorie war, dass der Alkoholentzug nach etwa einer Woche ohne weitere Nebenwirkungen abgeschlossen ist und das verbleibende Zittern auf die Pillensucht zurück zu führen ist. Also musste ich jetzt erst mal von Lioresal runter. Ich habe meinem Arzt etwas von Krämpfen im Bein erzählt und ausnahmsweise Tizanidin (Muskelentspanner) verschrieben bekommen.
Zweite Woche
- 20 mg Tizanidin (über den Tag verteilt, täglich bis an die Zittergrenze reduziert)
- 25 mg Trimipramin
Die Theorie war, mit Tizanidin den Lioresal-Entzug zu überstehen, aber innerhalb einer Woche noch nicht Tizanidinabhängig zu sein. Tizanidin ist zwar dem Lioresal ähnlich, aber eben nicht genau das Gleiche. Als letztes musste ich dann Tizanidin und Trimipramin absetzen.
Dritte Woche
- 20 g Gabapulver (über den Tag verteilt, kaum Zittern, dafür Bauchschmerzen)
- 2 x 500 mg Kudzu (vormittags und abends)
- Tizanidin (2 mg zwischendurch, im äußersten Notfall)
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Jetzt musste ich nur noch den Gaba-Konsum einschränken und kleine Mengen Tizanidin entziehen. Cannabis rauchen wäre sicher sehr hilfreich gewesen, kenne aber leider niemanden, der mir das besorgen könnte.
Nach drei Wochen
- 2 x 500 mg Kudzu (vormittags und abends)
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Ich bin trocken. Es ist mir relativ leicht gefallen und ich werde mich ein mal pro Jahr kurz melden, um zu berichten, dass ich nach wie vor trocken bin. Wichtig ist, dass ich die ersten zwei Wochen Urlaub hatte und die anschließenden zwei Wochen unter einer Grippe mit bis zu 40 Grad Fieber litt.
Ich bin sicher, dass ich diesmal keinen Rückfall bekomme, weil der Alien in meinem Kopf von dem „Wundermittel Kudzu“ in Schach gehalten wird (Tipp an alle die trocken sind: schluckt Kudzu!). Beim Anblick von Alkohol wird mir fast übel. Ich müsste Kudzu schon absetzen, um überhaupt ein Glas Wein etc. herunter zu bekommen. Aber den anfänglichen Mörderentzug von einer halben Flasche Wodka kann man nur mit Lioresal schaffen. Leider scheint die Quelle in Spanien zu versiegen und mir tun alle alkoholabhängigen Menschen, die diese Chance nicht mehr nutzen können, unendlich leid. Ich habe es gerade noch geschafft - Gott sei Dank!
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Re: Trocken
Hallo Christine65,
Mein Weg:
Unter welchem Handelsnamen (Lioresal) Baclofen vertrieben wird ändert weder etwas am Wirkstoff, noch an der Verträglichkeit!
Kudzu habe ich nie genommen und werde das auch künftig nicht tun. (wozu auch?)
Was hat dich nur geritten so etwas zu schreiben?![nea [nea]](https://forum-baclofen.com/images/smilies/nea.gif)
Mein Weg:
Unter welchem Handelsnamen (Lioresal) Baclofen vertrieben wird ändert weder etwas am Wirkstoff, noch an der Verträglichkeit!
Kudzu habe ich nie genommen und werde das auch künftig nicht tun. (wozu auch?)
Was hat dich nur geritten so etwas zu schreiben?
![nea [nea]](https://forum-baclofen.com/images/smilies/nea.gif)
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Re: Trocken
Hi DonQ,
bevor ich mich auf mein Krankenlager zurückziehe...
LG
bevor ich mich auf mein Krankenlager zurückziehe...
![unknown [unknown]](https://forum-baclofen.com/images/smilies/unknown.gif)
LG
Wer aus meinen Texten nicht herauslesen kann, dass ich aus persönlicher Erfahrung schreibe, wird mich sowieso missverstehen.
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Re: Trocken
Wer aus meinen Texten nicht herauslesen kann, dass ich aus persönlicher Erfahrung schreibe, wird mich sowieso missverstehen.
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