Hallo miteinander,
mein verschreibender, und begleitender, Arzt wird auch in der Ärzte-Liste geführt und geht recht "mutig"
zu Werke. Ob dazu was "vermerkt" ist weiß ich nicht, das Forum kannte ich damals noch nicht.
"Wenn Sie wieder zuhause sind nehmen Sie eine Halbe (25er, also 12,5mg als Einstiegsdosis) und
warten was passiert. Wenn keine schlimmen Nebenwirkungen auftreten dann morgen 2x eine Halbe."
Der Folgetermin war 3 Tage später, also recht zeitnah.
Dieser erste Versuch ging gründlich nach hinten los und wenige Wochen später war ich wieder auf Station
zur Entgiftung. (seit der Vorherigen waren gerademal 2 Monate vergangen - sonst 1x im Jahr)
Was habe ich meinen Doc gehasst.
Nach und nach wurde mir jedoch klar (10 Tage sind viel Zeit zum Nachdenken), dass der Fehler bei mir lag.
Ich bin "zu schnell" wieder arbeiten gegangen. Das hieß "nach Uhr schlafen".
Bac hatte mich jedoch recht "schlaflos" gemacht und ab einem gewissen "Verzweiflungslevel" habe ich
(gelernt ist gelernt) wieder zum "Allheilmittel" gegriffen.
Ohne diese Erkenntnis hätte ich keinen 2. Versuch gestartet und "mich in mein Schicksal ergeben".
Beim zweiten Anlauf (der nun seit einem knappen Jahr abstinent verläuft) habe ich mich so lange krank
schreiben lassen bis es möglich war einen normalen Tagesrhythmus zu leben.
Die schlimmste Zeit war ca 2 Wochen nach dem Start des 2. Versuchs.
Mein Doc sagte, dass Doxepin und Baclofen zusammen gar nicht gut seien und ich sollte Doxepin absetzen.
Das ging erstmal auch ohne Problene.
Ich sollte Baclofen weiter aufdosieren bis ich Schwindel oder Übelkeit verspüre, dann wieder ein Stück zurück.
Das lief "etwas" anders als gedacht.
Kein Schwindel, keine Übelkeit.
Aber bei etwas über 100mg/Tag fühlte sich meine Haut "von innen" mehr und mehr "schwammig" an.
"Von außen" schien alles ganz normal, nur dass ich nun gar nicht mehr schlafen konnte.
Also habe ich versucht etwas zu reduzieren - und - bekam "Entzugserscheinungen".
(genau wie "Alkoholentzug")
Also wieder zurück auf die vorherige Dosis - "Entzugserscheinungen" weg.
Nun versucht durch "verzögern" zu reduzieren, aber kaum 1 Stunde "drüber" - "Entzugserscheinungen".
Da ich auf keinen Fall wieder zur Flasche greifen wollte, habe ich meine Doxepin-Reste ausgebuddelt.
Ich habe es (ohne Rücksprache mit dem Arzt) engmaschig in niedriger Dosierung genommen und konnte
so die "Entzugserscheinungen" ausreichend dämpfen sodass ich Baclofen sogar in "größeren Schritten" reduzieren
konnte.
Nach 2 Tagen konnte ich erstmals wieder schlafen. Zwar nur 1 Stunde, aber ein Anfang.
Am nächten Tag ware es schon 3 Stunden und 2 Tage darauf konnte ich die ganze Nacht schlafen.
Meine Erleichterung war riesig.
Ich habe dann meinen Doc gebeten meinen nächsten Termin vorzuziehen. War kein Problem.
Also habe ich ihm haarklein alles erzählt.
"Wenn Sie nicht schon jahrelang Doxepin in deutlich höherer Dosierung genommen hätten, hätte ich Sie für
Ihren Selbstversuch für verrückt erklärt!"
Jedenfalls stellte sich heraus, dass Baclofen bei mir Paradoxe Reaktionen hervorruft.
Mein Doc verschrieb mir Quetiapin gegen die Schalfstörung und gegen die Unruhe tagsüber.
Dosierung "nach Bedarf". "Wenn Sie zu viel genommen haben dann merken Sie das daran dass Sie am nächsten Tag nicht aus dem Knick kommen."
Hat funktioniert!
Baclofen seitdem stabil bei 6x 12,5mg/Tag. Und Quetiapin brauchte ich über die Monate allmählich immer
weniger. Inzwischen tagsüber fast nie, und zum Schlafen durchschnittlich 3x pro Woche 25 - 50 mg.
LG
Edit:
nur die Schlussbemerkung highlighted