Ich heiße Chris, bin 35 Jahre jung und lebe mit meiner Verlobten und meinem 5-jährigen Sohn
in der Nähe Langenselbold (falls das jemanden was sagt, ist bei Hanau, Frankfurt).
Hab mal mit 15 Jahren angefangen zu kiffen. Bis ich dann mit 21 das erste Mal meinen Lappen verloren habe.
Von 21 - 25 nahm ich nichts. mit 25 fing dann das Thema Alk an.
Von 25 - 27 nur gelegentlich
Ab 27 dann schon etwas regelmäßiger und Koks kam auch dazu ( Wochenends, Partys, etc).
mit 31 wurde ich Inhaftiert (Drogenhandel).
Im Februar 2013 wurde ich in den offenen Vollzug überstellt. Bedeutet, ich durfte dann immer mehr raus. Auch einer normalen Arbeit nachgehen (Freigänger nennt man das). Quasi morgens raus, abends rein. Es gab auch Urlaubstage an denen ich zu Hause schlafen durfte.
In dieser Zeit ging es mit dem regelmäßigen morgens trinken los.
Ich musste jedes Mal nüchtern sein wenn ich wieder rein musste (Abends, oder Sonntags nach dem Urlaub).
Also morgens um 7h schon mal einen Jacky aus der Büchse für die gute Laune. Mittags vielleicht auch nochmal einen.
Aber immer sogeplant das ich auf 0,00 bin wenn ich wieder rein musste.
Hatte mir sogar extra einen "Pusti" angeschafft zu ständigen Kontrolle.
Wochenends hatte ich im Urlaub genügend Zeit.
Also, kaum die Anstalt draußen, schon den ersten Jacky.
Ja,im November 2013 wurde ich entlassen.
Ab da ging es dann Monat für Monat weiter. Schleichende Dosissteigerung halt.
Bis ich in 2015 zum ersten Mal in die Entgiftung ging. (Danach 5Monate nix)
zu dem Zeitpunkt trank ich so ca. 2-3 kleine Flachmänner Wodka. Also so 0,3ml Wodka jeden Tag.
Wochenends mehr. Jäcky oder Bier und Äppler gingen auch ganz gut.
Um es mal abzukürzen...
nach der ersten Entgiftung ca 5 Monate nix getrunken.
Dann "na ja, man kann ja mal ein Bier trinken. Kann ja nix passieren"
Es wurde dann natürlich schleichend wieder mehr.
2016 die nächste Entgiftung mit ca 4 kleine Wodka und auch gerne Bier oder Äppler dazu.
Danach 3 Monate nix getrunken.
Dann wieder "naja, einer kleiner Wodka geht schon. Wird schon nichts passieren"
Nächste Entgiftung Februar 2017. Nach der Entlassung ganze 2 Stunden nix getrunken. Hatte immensen Suchtdruck.
So, jetzt bin ich seit Montag wieder zur Entgiftung.
Zwischen der letzten und der aktuellen Entgiftung schaffte ich täglich zwischen 0,5-1L Wodka.
noch zur Info.
Ich bin jedes Mal in die gleiche Klinik. Diese macht ausschließlich Entgiftung (immer 5 Nächte)
und keine Suchtberatung oder Therapie oder dergleichen. Reine Entgiftung.
Muss sagen habe auch jedes Mal nicht die Medikamente genommen. Kein Distra, Keine Dias. Immer Ohne. Ausser innere Unruhe, Schwitzen und bissi Zitterlein hatte ich auch keine starken beschwerden. Wozu dann am Ende noch Tablettenabhängig werden
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Mir war schon ziemlich früh klar (2014) das ich ein Problem habe. Ich gehe damit auch offen um.
Nebenbei schon bei der Diakonie gewesen und auch bei den AA´s.
Ums kurz zu machen...
Ich komme alleine mit Reden,Therapie nicht klar.
Ich tappe immer wieder in die Falle.
Und heute hörte ich zum ersten Mal das Wort Baclofen nach dem ich zum 4. Mal meiner Ärztin hier in der Klinik meine Suchtthematik erklären durfte.
Ich glaube, heute hat sie mir mal ernsthaft zugehört.
Ich betonte Immer.... Alkohol ist mein Antidrepresiva.
Ich habe viel Stress. Hauptberuflich tätig, 3 Firmen, eine Familie, 3 Hunde, ein großes Haus und jede Menge Schulden (noch von früher).
Auf die Frage hin ob es denn kein Medikament gibt das nach der Entgiftung den Suchtdruck lindert rückte Sie mit der Sprache raus. Jetzt, nach der 4. Entgiftung.
So,
Da ich grade sehr viel Zeit habe bin ich habe ich mich von heute morgen um 09.00h - dato mit dem Thema beschäftigt.
Ich muss sagen nach dem ich hier über 47 Blogs zu diesem Thema gelesen habe ist mir ein Stein von der Schulter gefallen. Habe mich tierisch erleichtert gefühlt.
Es scheint also etwas zu geben was funktioniert.
Klar, nicht bei jedem aber es ist doch mal ein Licht am Horizont.
Diziplin vorausgesetzt. Ebenfalls für mich bei gleichzeitiger ambulanter Suchttherapie.
Also, für mich ist klar das es so für mich, meine Familie, meine Gesundheit auf keinen Fall weitergeht.
Ich schon einiges versucht habe.
Und auf keinen Fall die Möglichkeit mit Bac zu arbeiten auslassen darf.
Ich denke, das ist erstmal genug von mir

Bin normalerweise kein großer Schreiber. Emails, andere Foren, Whatsapp, Fazzebook und co ist mir oft zu anstrengend.
Lieber telefoniere ich bevor ich eine Email schreibe
![biggrin [biggrin]](https://forum-baclofen.com/images/smilies/biggrin.gif)
Aber gut, ich kann mir bei diesem und beim Partnerforum sehr gut vorstellen das sich das in Zukunft ändert.
Um den nächsten Schritt anzugehen würde ich mich sehr über Tipps, Anregungen freuen.
Ich habe noch etliche Fragen zum Thema.
Aber das mache ich morgen. Mir tun die Fingerkuppen schon weh.
Wünsche schon mal an dieser Stelle Allen hier Im Forum gutes gelingen wo auch immer sie grade stehen.
Am End wird alles gut


Gute Nacht, bis morgen