Beitragvon APunkt » 22. November 2016, 14:29
Hallo und Dank für Euer Feedback!
Darüber habe ich mich sehr gefreut!
Mal eine, etwas genervte, Zwischenbilanz. Der Alkoholkonsum geht kontinuierlich wieder rauf. Dabei ist der schlimmste Stress vorbei. Eigentlich hatte ich gedacht, ich würde jetzt mal voran kommen mit der Abstinenz, aber ich kriege es nicht hin.
Ich habe meinen Alkoholkonsum unter Baclofen reduzieren können, zunächst auf etwa 1/3 der vorherigen Menge, inzwischen bin ich eher wieder bei 2/3.
Meine Baclofendosis liegt bei konstant 25 mg/d seit etwa März diesen Jahres. Ich hatte mehrfach versucht, höher zu dosieren, vertrage das aber leider überhaupt nicht.
Was abgenommen hat, ist die Angst. Langsam schleichen sich aber Gedanken ein, dass das am reduzierten Alkoholkonsum liegen könne, nicht am Baclofen. Und dass ich möglicherweise eine Konsumreduktion auf die Hälfte auch ohne Baclofen hinbekommen hätte.
Dabei lief es zu Anfang vergleichsweise gut. Jetzt lese ich einerseits, es gäbe keine Gewöhnungseffekte, bei der das Medikament schon in geringer Dosierung wirkt, was aber nach "Gewöhnung" an das Medikament nicht mehr ausreicht.
Also, was denn nun?
Ich hatte sehr schnell sehr gute Erfolge, aber auch sehr heftige Nebenwirkungen.
Die Nebenwirkungen ließen nach, die Wirkung leider auch.
Ich würde wirklich sehr gern von der Sauferei loskommen.
Ich bin aber nicht bereit, dafür meine Arbeitsfähigkeit herzugeben. Ich arbeite gern, wirklich gern. Ich habe einen wundervollen Beruf, ich kann Dinge bewirken, ich liebe, was ich tue. Das gebe ich nicht her. Nicht für die Nebenwirkungen eines Medikamentes, die schlimmer sind, als die Krankheit, die es eigentlich bekämpfen helfen soll.
Wir haben für dieses Jahr alle wichtigen Studien abgeschlossen, es müssen noch ein paar Berichte geschrieben werden, aber das ist halb so wild. Ich habe jetzt wieder relative Zeit und Ruhe. Dennoch steigt mein Konsum langsam, aber stetig wieder an. Ich werde jetzt einen dritten und letzten Versuch starten, Baclofen vorsichtig aufzudosieren, um so endlich den Konsumzwang hinter mir lassen zu können.
Ich gebe mir dafür noch mal drei Monate Zeit. Wenn ich bis dahin immer noch nicht schaffe, diese so genannte "Gleichgültigkeit" gegenüber dem Alkohol aufzubauen, werde ich Baclofen absetzen und schauen, ob ich die Halbierung meines bisherigen Konsums nicht auch ohne Medikament hinbekomme. Die Zähne zusammenbeißen kann ich auch ohne Medikament, das nach meinem Verständnis eigentlich genau das verhindern sollte.
Denn ob die Reduzierung meiner bisherigen Trinkmenge nun ursächlich am Baclofen liegt, oder nicht möglicherweise doch daran, dass ich mein Trinkverhalten täglich beobachte und dokumentiere, das weiß ich leider nicht.
Viele Grüße
A.
"Everyone wants to be Cary Grant. Even I want to be Cary Grant." (Cary Grant)