Hallo Dr. Strom,
danke für deine ermutigende Antwort. Ja, du hast vollkommen recht, mir ist ein Ausweg aus der Sucht wichtiger als Muskelaufbautraining, zumal einen der Alkohol sowieso massiv am Sport hindern kann. Mich interessiert es aber einfach nur.
Ich habe vermutlich etwas falsch angefangen, darum stelle ich mich jetzt erstmal vor.
Hallo liebe Community,
ich(männlich) bin jetzt 25 Jahre alt(neige zu Depressionen) und trinke Alkohol seit ich 15 bin glaub ich

. Angefangen habe ich wie die meisten damals. Hin und wieder mal Alkopops, aber nur in sehr geringen Mengen und auch nicht all zu oft. Mit 17 habe ich jedes Wochenende meistens zweimal ziehmlich starke Räusche gehabt. Mit 19 haben wir mit Kumpels auch immer wieder unter der Woche getrunken und die paar darauffolgenden Jahre kam es schon ziemlich häufig vor, dass ich zu verkatert war um zur Arbeit, Schule, Uni zu gehen. Das brachte mich dann so langsam zum nachdenken. Doch hatte ich es noch so gut im Griff, dass ich problemlos mal ne Woche garnichts trinken konnte. Das gab mir dann wiederrum das Gefühl, ich sei nicht abhängig und meine Entschuldigung war, dass ich jung bin und Spaß haben müsste. Ich habe großen Spaß an der Gesellschaft vieler und netter Leute. Als ich immerwieder aufmerksam darauf gemacht wurde, dass ich zu oft und zu viel trinke (meist noch als Sticheleien mit nem Lächeln) fühlte ich mich in sämtlichen Kreisen nicht mehr wohl. Wenn ich mich mit Freunden traf versuchte ich nichts zu trinken. Ich sagte immer, ich müsse heute früh heim da ich morgen viel lernen muss oder so. Wenn ich dann heim kam pfiff ich mir noch ein paar Bier rein und ging schlafen. Meistens sagte ich jedoch Treffen ab, damit ich mich in Ruhe vor dem Computer betrinken kann. Mit dem Auto irgendwo hinzufahren und dort nichts trinken zu können wurde zu einem völligen NoGo.
Seit 1Jahr und vier Monaten trinke ich täglich und meistens auch allein. Wenn ich auf ner Party war trinke ich daheim immer weiter bis ich zu besoffen bin um wach zu bleiben. Mittlerweile bin ich bei 6 Halben pro abend. Manchmal auch noch etwas hochprozentiges dazu. Außerdem rauche ich echt eine nach der anderen wenn ich trinke. Vom Rauchen aufhören kann mit dem Alkoholkonsum garnicht die Rede sein.
Ich habe hier im Forum über wesentlich größere Trinkmengen gelesen und so doof das jetzt klingt, ich war nicht sicher ob ich schon genug Mist gebaut habe um hier zu schreiben und eine Therapie zu machen.
Der Höhepunkt, sry Tiefpunkt war für mich, als ich dieses un letztes Semester total verkatert in die Prüfungen ging.
Das paradoxe bei mir ist, dass ich Alkohol nicht besonders gut vertrage. Wenn ich mal ein paar Tage nichts trinke, reichen mir 3 Bier um am nächsten Tag verkatert zu sein. Ich habe in den letzten Jahren, auf eigene Faust, häufig versucht längere Zeit trocken zu sein. Es hat nie funktioniert und hat alles sogar noch schlimmer gemacht. Schon länger merke ich, wie ich langsam alle Hobbys aufgebe, Ziele mir immer unwichtiger werden, wie ich kein Bock in die Vorlesungen habe und einfach mal bis um 13 Uhr im Bett liege bis die Kopfschmerzen und die Übelkeit erträglich geworden sind, Alkohol von meinen Mitbewohnern klaue, weil ich immer den Vorsatz habe heute nur 4 zu trinken und mir mein Alk dann nicht reicht. Tag für Tag. Soziale Kontakte schwinden allgeimein immer mehr.
Ich lese häufig, dass die meisten schon ein paar Entzugskliniken hinter sich haben. Ich hatte bisher nur die paar Versuche auf eigene Faust. Ich denke aber, dass es alles andere als clever wäre, den ganz harten Weg zu gehen, wenn es eine Stütze wie das baclofen gibt.
Ich habe mich bereits mit einer Ärztin in Verbindung gesetzt und werde demnächst eine Therapie beginnen.
Ich bin dankbar, dass es ein solches Forum gibt.
Viele, viele Grüße
whoifnothim