Ergänzend zu @Papfls Beitrag (
![good [good]](https://forum-baclofen.com/images/smilies/good.gif)
die Diskussionen um viele Details der Baclofen-Therapie sind weitgehend verstummt, das ist richtig. Nichtsdestotrotz erlebe ich die Baclofen-Therapie selbst als lebendiger denn je.
Es wird halt nicht mehr alles und jedes bis zum Erbrechen durchdiskutiert, einfach, weil vieles mittlerweile als halbwegs gesichert gelten kann, was wir "alten Hasen" uns noch mühsam erarbeiten mussten.
Einiges bleibt noch ungeklärt, z.B.:
- gibt es tatsächlich kein Dosierungsmuster oder ist es nur noch nicht gefunden?
- der französische Weg ("nasser" Beginn, aufdosieren bis zum Erreichen einer "Gleichgültigkeit gegenüber Alkohol", Therapieziel: verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol) führt scheinbar zu ähnlichen Zahlen (ganz grob etwa 50% Abstinenz, 25% Trinkmengenreduzierung, 25% Misserfolg) wie der deutsche Weg ("trockener" Beginn, aufdosieren bis zum Therapieziel: müheloser Erhalt der Abstinenz). Warum?
- ist ein Moderationsziel gegenüber der Abstinenz gleichwertig?
Hier erwarte ich aber keine Klärung mehr über Internetforen.
Zudem gibt es (@Anniebae) eine politische und eine individuelle Dimension der Baclofen-Therapie: in Deutschland ist das Abstinenzziel bei den potenziellen Behandlern sehr viel leichter durchsetzbar als ein Moderationsziel. Und es ist gegenwärtig einfach wichtiger, die Informationen über die Möglichkeiten der Baclofen-Therapie weiter zu verbreiten, als sich in endlosen und leider oft polemisierenden Debatten ("Weitersaufen mit Baclofen") darüber zu verlieren, ob und wie ein Moderationsziel erreichbar ist.
Also lässt man im Dienst der Sache das Diskutieren sein - und macht in aller Ruhe sein Ding - dankbar dafür, dass es auch weiterhin Menschen gibt, die für andere die Arbeit machen und Informationen ausgraben, aufbereiten und Neueinsteiger auf deren ersten Metern begleiten.

Viele Grüße
Willo