Guten Morgen!
Donnerstag, Baclofen Tag 71: morgens 12,5, (mittags 12,5 -> vergessen), abends 12,5, nachts 12,5
getrunkene Menge: 0,0l
Allgemeines Befinden: gut
Trinkverlangen: null
ICH danke! Für all den Zuspruch und überhaupt.... (Schnuff)

Das rührt und freut mich wirklich sehr!!
Gestern war nun meine erste Therapie-Sitzung. Es war immer noch unaufgeräumt, er war immer noch usselig (die Jeans war sauber). ABER: er hat mich schon beeindruckt. Im Gegensatz zu dem ganzen Umfeld war er sehr sortiert, hat ziemlich "gute" Fragen gestellt (nicht so das Übliche, mit direktem Bezug zu meinem Sexualleben, meiner Kindheit und so). Und er erwähnte dann in seiner ruhigen Art, er hätte sich nach unserem Telefonat direkt mal "Das Ende meiner Sucht" von Ameisen bestellt und gelesen - was mich sehr schwer beeindruckt hat. Er machte dann eine kurze Pause, schaute mich an und meinte nur "Respekt!" .... (das gebe ich mal so an alle hier weiter!)
Dass er sich als Therapeut mit einem ihm unbekannten Medikament auseinandersetzt, klar. Kann man wohl erwarten. Aber das hätte er auch einfacher haben können.
Alles in allem bin ich versöhnt und recht zuversichtlich, dass er mir einiges an die Hand geben kann. gut, er verlangt auch einiges - weiß nicht, ob das so üblich ist. So muß ich einen Wochenplan ausfüllen, eine Art Tabelle, in der ich stündlich (!!) meine Befindlichkeiten zahlmäßig ausdrücken
und farblich hinterlegen soll. Das ist schon echte Beschäftigung! Zumal sich das bei mir nicht so einfach gestaltet. Ich habe nie eine komplette Stunde, in der es mir so und so geht. Das kann im 10-Minuten-Takt wechseln. Genau DAS ist ja mein Stressfaktor.
Zudem soll ich immer einen USB-Stick mitbringen, da er mir diverse Sachen pro Sitzung mitgeben will - an Literatur und auch an Meditationen, etc. Er sagt, er kann mich nur verhaltenstherapeutisch in die Bahn bringen - die Arbeit muß von mir erfolgen. Und ein Termin pro Woche sei definitiv zu wenig, um alte Strukturen zu ändern, da müsse ich schon täglich an mir arbeiten. Auch das klingt plausibel.
Einziger "Nachteil": da meine letzte Therapie innerhalb der letzten zwei Jahre war, muß er Erkundigungen einholen, was dort thematisch gemacht wurde (haha, nichts?). Auch die Anzahl der Sitzungen ist wohl wichtig. Er bat mich, mich bei meiner Ex-Therapeutin deswegen zu erkundigen. Das lehnte ich sofort ab und erklärte ihm, was damals alles passiert ist. Kein Problem, meint er, ich müsse ihn nur von seiner Schweigepflicht ihr gegenüber entbinden, und er könne das selbst tun. Was jetzt, wenn die Gute ihm erzählt, ich sei "unzumutbar" oder etwas in der Art? Oder: was kann die Kasse machen, wenn meine letzte Therapie als von mir abgebrochen (wegen unkooperativem Verhalten oder so) gemeldet wurde? Ich kann nur hoffen, dass sie nicht so gemein ist/war.
Das zu dem - hoffen wir das Beste!!
Für morgen gilt es, Kraft zu wünschen - wir fahren mit den Kindern in diesen Movie-Park, in dem wirklich alles ist, was ich gar nicht mag und was mich ohne Ende stresst. Viele Menschen, Krach, Kinderkreischen, Übelkeit verursachende Fahrgeschäfte, vermutlich Wespen ohne Ende bei all dem Süßkram und dann noch Autobahn vorab und zurück.... bin bedient.
Euch allen einen fabelhaften Freitag und guten Start ins Wochenende!
Liebe Grüße und Drücker,
Mellchen