Beitragvon gretikatz » 3. Juli 2014, 07:42
Um meine Entwicklung als Patient für andere Leser übersichtlicher zu gestalten, hier eine Zusammenfassung meiner Threads im Forum Erfahrungsberichte von 2. Februar bis 30. Juni 2014. Ich werde mich auf das Wesentliche beschränken, insbesondere auf Alkoholkonsum, Dosierung und Nebenwirkungen.
Gründe fürs Aufhören:
Im Dezember 2013 noch ein Alkoholkonsum von einer Flasche Sekt fast täglich. Als Folge Muskelschwäche in beiden Beinen sowie Taubheitsgefühl in den Zehen. Diagnose Polyneuropathie. Meine Motivation zum Aufhören ist pure Angst, nicht mehr gehen zu können.
Meine Ziele:
Selbst keinen Alkohol mehr kaufen und bei Ärger, Frust oder Langeweile nicht mehr allein zu Hause trinken.
(03.07.14 - ist mir gelungen!)
Angebotene alkoholische Getränke bei Einladungen möglichst ablehnen oder in Maßen akzeptieren, ohne dass ich zu Hause weiter trinke.
(03.07.14 - ist mir gelungen!)
Meine Gründe für die Selbstbehandlung:
Für Westösterreich konnten mir im Forum keine Ärzte genannt werden, die Baclofen "off label use" verschreiben. Gegenüber Hausarzt, Internisten und Neurologen wollte ich mich nicht als alkoholkrank outen.
Alkoholkonsum während der Einnahme von Baclofen:
Es handelt sich hier fast immer um auswärtige Einladungen zum Essen.
3. Februar 4 cl Schnaps. 1/4 Weißwein
7. Februar 1/4 Weißwein
9. Februar 1/4 Rotwein
4. März 1/4 Weinmischgetränk 7 Vol%
9. März 1/4 Weißwein
11. März 3 Gl. Sekt
20. April 1/4 Weißwein
30. April 1 Gl. Sekt
11. Mai 1/8 Rotwein
30. Juni 0,2 Weinmischgetränk 7 Vol%
(Stand 03.07.14 - andere Klippen bei Einladungen erfolgreich umschifft!)
Baclofen-Dosierung:
Vom 1. bis 23. Februar langsam auf 40 mg/d aufdosiert, am 23. Februar begonnen zu reduzieren, um am 15. März wieder baclofenfrei zu sein. Grund war eine Fastenkur nach Buchinger vom 16. bis 28. März.
Am 29. März mit 10 mg/d begonnen und in 5 Tages-Schritten um 10 mg/d aufdosiert,
am 22. Mai von 110 mg/d auf 100 mg/d reduziert wegen extremer Nebenwirkungen,
am 27. Mai auf 90 mg/d reduziert wegen noch immer starken Nebenwirkungen,
am 1. Juni weitere Reduktion auf 80 mg/d.
am 20. Juni weitere Reduktion auf 70 mg/d, weil ich endlich wieder normal schlafen will!
aktuell am 03.07.2014:
8.00 h 10 mg / 13.00 h 25 mg / 18.00 h 25 mg / 22 - 23.00 h 10 mg
Nebenwirkungen:
ab einer Dosis von 30 mg/Tag: Schläfrigkeit
ab einer Dosis von 40 mg/Tag: Mundtrockenheit, Gangunsicherheit sowie Schlafstörung (kann trotz Tagesmüdigkeit abends nicht einschlafen).
Nach Dosiserhöhung auf 70 mg/d:
extreme Müdigkeit (bin vor dem PC eingenickt)
Schwindel (da er vor dem Zubett-Gehen auftrat, hat er mich nicht weiter gestört.)
leichte Harninkontinenz, Durchschlafstörungen (z.B. mehrmals um 2.00 h erwacht, nicht mehr eingeschlafen)
Nach Dosiserhöhung auf 80 mg/d
Konzentrationsstörungen (Tippfehler, Buchstabenstürze)
Durchschlafstörungen (wie oben), Gangunsicherheit
Diese Nebenwirkungen verschwanden nach ein, zwei Tagen.
Nach Dosiserhöhung auf 90 mg/d
leicht runzelige Handinnenflächen, besonders am letzten Fingerglied, trinke mehr Wasser (täglich zwei Liter) und muss deshalb häufiger auf die Toilette, z.B. drei bis vier Mal während der Nacht.
Nach Dosiserhöhung auf 100 mg/d
ziemliche Konzentrations- und Gleichgewichtsstörungen (Beinahe-Sturz beim Absteigen vom Fahrrad)
Nach Dosiserhöhung auf 110 mg/d
extreme Konzentrations- und Gleichgewichtsstörungen, sehr müde
Nach Reduzieren auf 100 mg/d
Immer noch große Gangunsicherheit und Müdigkeit. Ich bin während eines sehr interessanten Vortrages fast eingeschlafen - war mir sehr peinlich!
Bin sehr unkonzentriert - konnte meinen Baclofen-Bedarf für die nächste Bestellung nicht ausrechnen. Muss immer noch dauernd auf die Toilette.
Erstmals geschwollene Füße - führte das zunächst auf die Zellenbäder zurück. Nachdem aber willyulli die gleichen Probleme hatte, ist wahrscheinlich Baclofen die Ursache - dachte ich (falsch)!
Nach Reduzieren auf 90 mg/d
Gangunsicherheit und Müdigkeit haben sich etwas gebessert
Die Wassereinlagerungen in den Füßen sind abgeschwollen.
Am 2. Juni am Morgen Zellenbad, am Nachmittag wieder geschwollene Knöchel, danach den Neurologen informiert und Zellenbäder abgesetzt.
Nach Reduzieren auf 80 mg/d
Tagesschläfrigkeit und Schafstörungen nachts bestehen weiterhin.
Nach Reduzieren auf 70 mg/d
Schlafe gut ein, wache aber sehr füh auf, meistens um 5.00 h.