Zuneigung und Liebe als Krankheitsschutz
-
Thread-Starter - Beiträge: 516
- Registriert: 11. Januar 2014, 07:15
- Wohnort: in Westösterreich
- Hat sich bedankt: 133 Mal
- Danksagung erhalten: 119 Mal
- Mann oder Frau?:
Zuneigung und Liebe als Krankheitsschutz
Zuneigung und Liebe schützen vor Krankheiten: Wer sich als Kind geliebt fühlt, hat als Erwachsener weniger mit Bluthochdruck, Herzkrankheit und Alkoholismus zu kämpfen; geliebte Ehemänner leiden seltener an einer Mangeldurchblutung des Herzens; zuversichtliche Menschen werden seltener depressiv. Selbst wenn der Optimismus illusorisch ist, verlängert er – zum Beispiel bei Aids-Kranken – das Leben um Monate.
-
Thread-Starter - Beiträge: 516
- Registriert: 11. Januar 2014, 07:15
- Wohnort: in Westösterreich
- Hat sich bedankt: 133 Mal
- Danksagung erhalten: 119 Mal
- Mann oder Frau?:
Re: Zuneigung und Liebe als Krankheitsschutz
Dass diese Erkenntnis bei uns alkoholkranken Menschen zu spät kommt, ist mir klar. Wir könnten es aber bei unseren Kindern besser machen.
-
- Beiträge: 17
- Registriert: 21. Januar 2014, 14:24
- Hat sich bedankt: 1 Mal
- Danksagung erhalten: 2 Mal
- Mann oder Frau?:
Re: Zuneigung und Liebe als Krankheitsschutz
Hallo Gretikatz,
ist das so? Ist bei Alkoholabhängigen der Zug schon abgefahren? Wirkt sich die Liebe des Beziehungspartners nicht auf den Umgang mit Alkohol aus? Dann wären alle Beziehungen zwischen Abhängigen und Nichtbetroffenen von vornherein zum Scheitern verurteilt. Ziemlich schlimme Vorstellung...
LG,
Arno
ist das so? Ist bei Alkoholabhängigen der Zug schon abgefahren? Wirkt sich die Liebe des Beziehungspartners nicht auf den Umgang mit Alkohol aus? Dann wären alle Beziehungen zwischen Abhängigen und Nichtbetroffenen von vornherein zum Scheitern verurteilt. Ziemlich schlimme Vorstellung...
![cray [cray]](https://forum-baclofen.com/images/smilies/cray.gif)
LG,
Arno
-
Thread-Starter - Beiträge: 516
- Registriert: 11. Januar 2014, 07:15
- Wohnort: in Westösterreich
- Hat sich bedankt: 133 Mal
- Danksagung erhalten: 119 Mal
- Mann oder Frau?:
-
- Beiträge: 2661
- Registriert: 15. Juli 2011, 21:41
- Hat sich bedankt: 297 Mal
- Danksagung erhalten: 258 Mal
- Mann oder Frau?:
Re: Zuneigung und Liebe als Krankheitsschutz
Siegreiche Krieger siegen bevor sie in den Krieg ziehen, während Verlierer erst in den Krieg ziehen und dann versuchen, zu gewinnen. Sunzi.
Wenn Du nichts tun kannst, tu, was Du tun kannst. Conny.
In respektvollem Gedenken an Aaron Swartz
Wenn Du nichts tun kannst, tu, was Du tun kannst. Conny.
In respektvollem Gedenken an Aaron Swartz
-
- Beiträge: 17
- Registriert: 21. Januar 2014, 14:24
- Hat sich bedankt: 1 Mal
- Danksagung erhalten: 2 Mal
- Mann oder Frau?:
Re: Zuneigung und Liebe als Krankheitsschutz
Danke für die Antworten, Gretikatz und Conny.
@ Gretikatz: Kindheitserfahrungen prägen einen ein Leben lang. Das wurde mir immer wieder deutlich. In meinen Freundeskreis gibt es diverse Beispiele, wie zerstörtes Urvertrauen und Unterdrückung der kindlichen Unbeschwerheit bis ins späte Erwachsenenalter jede Beziehung (auch freundschaftliche und berufliche) beeinflusst und der Fähigkeit, mit sich oder anderen zufrieden und "glücklich" zu sein, Grenzen gesetzt haben.
@ Conny:
Du sprichst genau die Punkte an, an denen wir immer wieder zu arbeiten haben. Gerade die Autonomie der Partner in einer Beziehung, in der Alkohol ein Belastungsfaktor ist, fällt nicht immer leicht. Das "Wohlfühlen" des Partners gehört zu den wichtigsten Elementen einer guten Beziehung. Es war schwer für mich zu akzeptieren, dass auch das Hinnehmen einer permanenten Selbstschädigung dazu gehört. Ich kann den Menschen, den ich liebe, vor allem schützen, aber nicht vor sich selbst. Diese Erkenntnis klingt simpel, erzeugt aber eine Menge Schmerz - von Selbstzweifel über Verlustangst bis Verantwortungsgefühl. Und natürlich immer wieder die Dynamik des Alltags: Was lässt sich planen und auch umsetzen, welche Entwicklungen sind möglich oder können geschehen
Dies funktioniert in der Tat nur mit sehr viel Vertrauen und, wie ich lernen musste, der Bereitschaft, viele ursprüngliche Ziele loszulassen. Moralische Erwägungen spielen für mich keine Rolle, aber es gibt auch für mich Schmerzgrenzen, die Hin und wieder Thema sind.
Eine distanziertere Beziehungsform wäre denkbar, aber das wollen wir beide nicht. Was bleibt, ist das Genießen der schönenMomente und der Wunsch, diese als Alternative zur "Party im Kopf' durch den Rausch zu stärken. So wie du es beschreibst sind die besonders tollen Stimmungen und auch die "Krisen", die potentielle Trigger sind. Manchmal ergibt sich das eine aus dem anderen.
Liebe Grüße, Arno
@ Gretikatz: Kindheitserfahrungen prägen einen ein Leben lang. Das wurde mir immer wieder deutlich. In meinen Freundeskreis gibt es diverse Beispiele, wie zerstörtes Urvertrauen und Unterdrückung der kindlichen Unbeschwerheit bis ins späte Erwachsenenalter jede Beziehung (auch freundschaftliche und berufliche) beeinflusst und der Fähigkeit, mit sich oder anderen zufrieden und "glücklich" zu sein, Grenzen gesetzt haben.
@ Conny:
Du sprichst genau die Punkte an, an denen wir immer wieder zu arbeiten haben. Gerade die Autonomie der Partner in einer Beziehung, in der Alkohol ein Belastungsfaktor ist, fällt nicht immer leicht. Das "Wohlfühlen" des Partners gehört zu den wichtigsten Elementen einer guten Beziehung. Es war schwer für mich zu akzeptieren, dass auch das Hinnehmen einer permanenten Selbstschädigung dazu gehört. Ich kann den Menschen, den ich liebe, vor allem schützen, aber nicht vor sich selbst. Diese Erkenntnis klingt simpel, erzeugt aber eine Menge Schmerz - von Selbstzweifel über Verlustangst bis Verantwortungsgefühl. Und natürlich immer wieder die Dynamik des Alltags: Was lässt sich planen und auch umsetzen, welche Entwicklungen sind möglich oder können geschehen
Dies funktioniert in der Tat nur mit sehr viel Vertrauen und, wie ich lernen musste, der Bereitschaft, viele ursprüngliche Ziele loszulassen. Moralische Erwägungen spielen für mich keine Rolle, aber es gibt auch für mich Schmerzgrenzen, die Hin und wieder Thema sind.
Eine distanziertere Beziehungsform wäre denkbar, aber das wollen wir beide nicht. Was bleibt, ist das Genießen der schönenMomente und der Wunsch, diese als Alternative zur "Party im Kopf' durch den Rausch zu stärken. So wie du es beschreibst sind die besonders tollen Stimmungen und auch die "Krisen", die potentielle Trigger sind. Manchmal ergibt sich das eine aus dem anderen.
Liebe Grüße, Arno
-
- Beiträge: 722
- Registriert: 15. Mai 2013, 19:34
- Hat sich bedankt: 45 Mal
- Danksagung erhalten: 94 Mal
- Mann oder Frau?:
Re: Zuneigung und Liebe als Krankheitsschutz
ein großartiges Thema.
Die Beiträge habe ich mit Interesse gelesen.
Zur Liebe zwischen Eltern und Kind(ern). Ich denke durchaus, das fast alle Eltern ihre Kinder lieben. Irgendwie. Der Unterschied ist, inwieweit sie das zeigen und spüren lassen können. Ich dachte als Kind und Jugendliche, ich hätte da nichts zu vermissen gehabt. Behütet, trotz trinkendem Vater, denn entgegen der Theorie eines Ex Forumsteilnehmers verwahrlosen nicht alle Kinder trinkender Eltern.
Im Nachhinein mit dem Verstand einer "nüchternen" Erwachsenen aber sehe ich das ein wenig anders. Sie haben, wie wahrscheinlich so viele dieses Jahrganges, ihre Pflichten erfüllt so gut es ging.
Schule, Musikschule, oh, das Mädchen wollte reiten, ein paar Reitstunden, glücklicherweise fiel sie herunter und fand dann Pferde doof, sonst wäre es teuer geworden
Meine Eltern haben mir/uns alles ermöglicht, finanziell, GEFÜHL aber, wie gesagt im Nachhinein betrachtet, war da wenig rübergekommen. Gefühle spürt man,
ich frage mich, woran das liegt?
Ich versuche (!) meinen Kindern GEFÜHL zu geben, heißt, umarmen, loben, lieben, streicheln, wenn noch möglich. Miteinander lachen, aber auch mal meckern, nützt ja nix. Dann aber erklären, warum, und wieder liebhaben. Wenn möglich
Unsere Eltern hatten das nicht, die wurden zur Kriegs/Nachkriegszeit rational erzogen. So auch haben sie uns gesehen. Es war halt normal, zu heiraten und 2 Kinder zu bekommen. So sehr ich den höchstübertriebenen KinderHype bisweilen verachte, meines Erachtens sieht das heute anders aus.
Woran mag das liegen?
Weil wir keine Kriegstraumata haben? Oder nix besseres zu tun, als Kinder zu "verwöhnen"?
???Suse
Die Beiträge habe ich mit Interesse gelesen.
Zur Liebe zwischen Eltern und Kind(ern). Ich denke durchaus, das fast alle Eltern ihre Kinder lieben. Irgendwie. Der Unterschied ist, inwieweit sie das zeigen und spüren lassen können. Ich dachte als Kind und Jugendliche, ich hätte da nichts zu vermissen gehabt. Behütet, trotz trinkendem Vater, denn entgegen der Theorie eines Ex Forumsteilnehmers verwahrlosen nicht alle Kinder trinkender Eltern.
Im Nachhinein mit dem Verstand einer "nüchternen" Erwachsenen aber sehe ich das ein wenig anders. Sie haben, wie wahrscheinlich so viele dieses Jahrganges, ihre Pflichten erfüllt so gut es ging.
Schule, Musikschule, oh, das Mädchen wollte reiten, ein paar Reitstunden, glücklicherweise fiel sie herunter und fand dann Pferde doof, sonst wäre es teuer geworden

Meine Eltern haben mir/uns alles ermöglicht, finanziell, GEFÜHL aber, wie gesagt im Nachhinein betrachtet, war da wenig rübergekommen. Gefühle spürt man,
ich frage mich, woran das liegt?
Ich versuche (!) meinen Kindern GEFÜHL zu geben, heißt, umarmen, loben, lieben, streicheln, wenn noch möglich. Miteinander lachen, aber auch mal meckern, nützt ja nix. Dann aber erklären, warum, und wieder liebhaben. Wenn möglich

Unsere Eltern hatten das nicht, die wurden zur Kriegs/Nachkriegszeit rational erzogen. So auch haben sie uns gesehen. Es war halt normal, zu heiraten und 2 Kinder zu bekommen. So sehr ich den höchstübertriebenen KinderHype bisweilen verachte, meines Erachtens sieht das heute anders aus.
Woran mag das liegen?
Weil wir keine Kriegstraumata haben? Oder nix besseres zu tun, als Kinder zu "verwöhnen"?
???Suse
Früherer Name: Desperatio
Plötzlich konnte ich sehen und ich war froh. Doch was ich sah, gefiel mir nicht. Ich lerne, neu zu sehen. Suse
Plötzlich konnte ich sehen und ich war froh. Doch was ich sah, gefiel mir nicht. Ich lerne, neu zu sehen. Suse
-
- Beiträge: 722
- Registriert: 15. Mai 2013, 19:34
- Hat sich bedankt: 45 Mal
- Danksagung erhalten: 94 Mal
- Mann oder Frau?:
Re: Zuneigung und Liebe als Krankheitsschutz
Früherer Name: Desperatio
Plötzlich konnte ich sehen und ich war froh. Doch was ich sah, gefiel mir nicht. Ich lerne, neu zu sehen. Suse
Plötzlich konnte ich sehen und ich war froh. Doch was ich sah, gefiel mir nicht. Ich lerne, neu zu sehen. Suse
-
- Beiträge: 17
- Registriert: 21. Januar 2014, 14:24
- Hat sich bedankt: 1 Mal
- Danksagung erhalten: 2 Mal
- Mann oder Frau?:
Re: Zuneigung und Liebe als Krankheitsschutz
Hallo Suse,
In der Tat, ein spannendes Thema. Ich komme erst jetzt dazu, zu antworten. Urlaubsstress. Sorry.
Kindern in der heutigen, vorbildsarmen Zeit der dekadenten Überflutung mit oberflächlichen Zerstreuungen und Lebensphilodophien fällt es ohnehin schwer, sich selbst zu finden und eine Identität zu entwickeln. Sie haben wenig Möglichkeiten, sich mit der Welt auseianderzusetzen und etwas zu gestalten oder zu verändern. Alles wird von kurzlebigen Medien- und Lifestylestandards zugemüllt, billige Fertigprodukte machen die mühevollere eigene Kreativität überflüssig. Eltern fällt es schwer, Grenzen zu setzen, eigene Prinzipien vorzuleben oder überhaupt Interesse zu wecken. Die Pubertät wird zu einem Drama für alle Beteiligten. Denke ich an diese Zeit bei meiner Tochter und ihren Sozialkontakten habe ich rückblickend schon den Eindruck, es damals leichter gehabt zu haben. Zur Liebe der Eltern und zu den Eltern gehört gegenseitiger Respekt. Das scheint immer schwieriger zu werden.
Eltern können auf die Entwicklung ihrer Kinder immer weniger Einfluss nehmen, zu zahlreich und verfügbar sind die attraktiveren Alternativangebote. Meine Eltern hätten es in dieser Hinsicht leichter - ohne Internet, Handys und 24-Stunden TV auf zahllosen Kanälen. Dafür hätten sie als Teilnehmer des "Wirtschaftswunders" allerdings weniger Zeit, Kinder waren eben einfach dabei und liefen so mit.
Für meine Beziehung zu meiner Tochter hat sich das einfache "Ich bin für dich da, wenn du mich brauchst" als gute Basis erwiesen. Ich denke, Sie fühlt sich geliebt und nimmt ihre Eltern als Orientierungshilfe an. In manchen Punkten aber auch sehr kritisch. Inzwischen ist sie erwachsen und ich kann nur hoffen, das ihre Basis stabil genug ist.
Liebe Grüße,
Arno
In der Tat, ein spannendes Thema. Ich komme erst jetzt dazu, zu antworten. Urlaubsstress. Sorry.
Kindern in der heutigen, vorbildsarmen Zeit der dekadenten Überflutung mit oberflächlichen Zerstreuungen und Lebensphilodophien fällt es ohnehin schwer, sich selbst zu finden und eine Identität zu entwickeln. Sie haben wenig Möglichkeiten, sich mit der Welt auseianderzusetzen und etwas zu gestalten oder zu verändern. Alles wird von kurzlebigen Medien- und Lifestylestandards zugemüllt, billige Fertigprodukte machen die mühevollere eigene Kreativität überflüssig. Eltern fällt es schwer, Grenzen zu setzen, eigene Prinzipien vorzuleben oder überhaupt Interesse zu wecken. Die Pubertät wird zu einem Drama für alle Beteiligten. Denke ich an diese Zeit bei meiner Tochter und ihren Sozialkontakten habe ich rückblickend schon den Eindruck, es damals leichter gehabt zu haben. Zur Liebe der Eltern und zu den Eltern gehört gegenseitiger Respekt. Das scheint immer schwieriger zu werden.
![unknown [unknown]](https://forum-baclofen.com/images/smilies/unknown.gif)
Eltern können auf die Entwicklung ihrer Kinder immer weniger Einfluss nehmen, zu zahlreich und verfügbar sind die attraktiveren Alternativangebote. Meine Eltern hätten es in dieser Hinsicht leichter - ohne Internet, Handys und 24-Stunden TV auf zahllosen Kanälen. Dafür hätten sie als Teilnehmer des "Wirtschaftswunders" allerdings weniger Zeit, Kinder waren eben einfach dabei und liefen so mit.
Für meine Beziehung zu meiner Tochter hat sich das einfache "Ich bin für dich da, wenn du mich brauchst" als gute Basis erwiesen. Ich denke, Sie fühlt sich geliebt und nimmt ihre Eltern als Orientierungshilfe an. In manchen Punkten aber auch sehr kritisch. Inzwischen ist sie erwachsen und ich kann nur hoffen, das ihre Basis stabil genug ist.
Liebe Grüße,
Arno
-
- Beiträge: 5159
- Registriert: 15. Dezember 2011, 14:48
- Hat sich bedankt: 713 Mal
- Danksagung erhalten: 832 Mal
- Mann oder Frau?:
- Kontaktdaten:
Re: Zuneigung und Liebe als Krankheitsschutz
Danke Arno
Für diesen Beitrag
. Und kann ich den nach (kopieren, nicht verschieben!)? Der passt dort nämlich auch sehr gut.
Fragt DonQuixote
Für diesen Beitrag
![good [good]](https://forum-baclofen.com/images/smilies/good.gif)
Fragt DonQuixote
/ / / / /
-
- Beiträge: 5159
- Registriert: 15. Dezember 2011, 14:48
- Hat sich bedankt: 713 Mal
- Danksagung erhalten: 832 Mal
- Mann oder Frau?:
- Kontaktdaten:
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1236: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable
Zurück zu „Seele / Lebenshilfen / Alltagstipps“
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste