Beitragvon GoldenTulip » 17. August 2014, 13:11
Ich schließe mich DQ tendenziell an.
Jedes der Mittel (Alk, Bac, ADs) hat selbst einzeln selbst bei bestimmungsmäßigem Gebrauch auf Dauer wahrscheinlich Persönlichkeitsveränderungen zur Folge. Sonst würde man es ja nicht nehmen, oder?
Abgesehen von psycho-sozio-kulturell-philosophischen Fragen wie "welche Persönlichkeit", stellt sich die Frage, wer wie wohin mit welchen Mitteln. Da ist das Warum noch nicht mal enthalten.
Da stimme ich Dir, DQ , auch nicht zu, dass bac allein keine Persönlichkeitsveränderungen bewirkt. Vielleicht nicht bei MS-Patienten, aber die Folgen, den Alkoholmissbrauch zu beenden, und mit Bac zu behandeln, hinterlässt zumindest eine Art Lücke - nämlich die, dass das Fehlen des "selbstverordneten Heilmittels" Alkohol einen nackt und bloß im fahlen Licht der Realität stehen lässt, und oft eben ohne Alternative und Hilfe. (Wartezeiten für selbstzahlende Traumapatienten bis zu einem Jahr).
Jedoch, man beachte, auch gewünschte Veränderungen geraten unter Cocktail-Bedingungen leicht aus dem Ruder.
Teufel und Belzebub wäre noch irgendwie planbar, zusammen mit psychischem Chaos wird das zu einem Roulette-Spiel.
Ich will mich nicht aus dem Fenster hängen, weil ich dafür zu unqualifiziert bin.
Gemeingut ist bislang: Ohne Abstinenzwunsch keine Baclofentherapie ("die wollen ja nur weitertrinken").
Gemeingut neu ist: Auch Reduktion kann Therapiefähigkeit erstmals herstellen. (Mein) Reißverschlussprinzip. Ohne die Retraumatisierung durch eine Abstinenzanforderung erstmal stabilisieren, Handlungsfähigkeit als Therapieziel, keine Abstrafung (Die Drohung, "Wenn Du nicht aufhörst zu trinken, dann..,." ist eine Retraumatisierung für etliche), weiß nicht, dass ist doch, was mit Recovery gemeint ist?!.
Hier ist der Erkenntnishorizont noch im Baby-Status. Zutiefst depressive Menschen, die mit ADs 30 kg zunehmen (nix gut für Lebensfreude), Trinkende, die mit 100 mg Bac objektiv (?) an Lebensqualität gewinnen, aber über die Reduktion/ Abstinenz mit Müdigkeit, Libidoverlust etc zu kämpfen haben. Die sich bei Bac daran klammern, mittelfristig doch wieder ab und zu ein Gläschen trinken zu können (pöser O.A.).
So, kann mir jemand erklären, wie da eine Gewinnformel draus werden kann? Am liebsten ohne subjektiven Faktor, der verwässert die wissenschaftliche Erkenntnisse so scheußlich.
Meiner Meinung nach ist da noch einiges an Grundverständnis zu tun. Zuviele Hennen und Eier, und wenn der Hahn kräht, verheißt das lange noch kein Morgen.
Gegenüber dieser Herausforderung ist ein Kleinkrieg wie er angezettelt wird, wenig hilfreich. Und Baclofen wird nicht im Handstreich diesen Komplex auflösen, allenfalls erhellen. Individuell auch helfen. Strukturell ist da aber so nicht viel zu machen,
Lieben Gruß
Conny
Siegreiche Krieger siegen bevor sie in den Krieg ziehen, während Verlierer erst in den Krieg ziehen und dann versuchen, zu gewinnen. Sunzi.
Wenn Du nichts tun kannst, tu, was Du tun kannst. Conny.
In respektvollem Gedenken an Aaron Swartz