@all,
ich habe mich jetzt entschieden, das Ganze so zu sehen:
Ginge es nach den SHG, müsste man nach jeglichem Rückfall, sei es auch nur ein Drink nach 25 Jahren, mit der Zeitrechnung neu anfangen. Sprich, alle vorherigen Erfolge wären Null und nichtig, man wäre wieder kleiner Anfänger...Man müsste sich wieder anhören "hast du schon gehört? XY hat nach 25 Jahren...au weiah!! wie konnte er/sie nur!!!"
Nun waren es vor meinem Rückfall mitnichten 25 Jahre sondern nur drei Wochen, aber für mich waren diese drei Wochen bis vor drei Monaten noch so unvorstellbar wie ein Marsmännchen, das an meine Tür klopft.
Motivierender für mich ist jene Denkweise: Vor etwa 45 Tagen habe ich plötzlich einen Abend gehabt, an dem ich erstmals seit ewigen Zeiten dachte, heute nicht. Von diesen 45 Tagen habe ich an 5 Tagen getrunken, viel getrunken, aber natürlich wesentlich weniger als zuvor jeden Tag, da mein Körper auf Alkohol natürlich empfindlicher reagierte.
Je länger man nicht trinkt, desto schwieriger wird es, sich einzureden, es wäre nicht weiter schlimm, ab und an mal etwas zu trinken. Meine Erfahrung geht trotz aller Diskrepanz mit dem Verfahren der AA mit ihnen überein: mit dem ersten Glas schwindet die Selbstkontrolle - ob mit Baclofen oder ohne - und wenn man es nach diesem Glas übertreibt, schwindet jegliche Kontrolle, für Tage...Wochen...Monate...Jahre...schlimmstenfalls. So war es bei mir. Schon oft.
Ich für mich glaube nicht an moderates Trinken für "echte" Alkoholiker, auch nicht mit Baclofen.
Wer es schafft, dem gönne ich es. Wer es meint zu schaffen, weil es ein paar Mal geklappt hat, dem rate ich zur Vorsicht.
Und nochmals für alle, die sich verständlicherweise nicht durch die ganzen Seiten meines Erfahrungsberichtes durchquälen möchten: dies ist nicht meine erste Erfahrung mit Baclofen, ich habe den ganzen Keks schon vor 4 Jahren durchexerziert, mit dem Gedanken, ich könne es dadurch kontrollieren...
Blödsinn.
Ich für mich kann sagen, was alle sagen: Wille + Baclofen = gute Voraussetzungen zur Abstinenz.
Wer keine Abstinenz möchte, das kann ich verstehen. Wenn nicht ich, wer dann. Als ich mich hier vor etwa 8 Monaten (?) angemeldet habe, fand ich die Berichte derjenigen am tollsten, die es ohne Abstinenz hinbekommen zu haben schienen...
Jeder/Jede muss das für sich selbst entscheiden,
in diesem Sinne das Wort zum Mittwoch
beste Grüße von einer Frau, die sich ewig nicht so wohl gefühlt hat wie in den 40 Tagen der vergangenen 45 Tage, auch wenn ich gerade zur Abstinenzpredigerin zu mutieren scheine....
Heute, zumindest.
Suse
P.s. Tja, was nützt es alles. Nun esse ich Eis stattdessen. Gerade sehe ich "süß und gefährlich" bei ZDF, sprich nun wird mich halt der Zucker umbringen.
![help [help]](https://forum-baclofen.com/images/smilies/help.gif)