ich bin da nicht so ganz der Meinung wie Chinaski und Papfl.
Sortieren wir mal, was so alles passiert ist seit dem 22.April, das sind exakt 6 Wochen:
- Du hast Dich entschlossen, das Alkoholproblem anzugehen.
- Du hast Dich hier im Forum angemeldet und über Dich geschrieben.
- Du hast deinen Hausarzt kontaktiert und sogar direkt Bac verschrieben bekommen.
- Du hast Deinen Konsum von Schnaps auf Bier runtergepegelt.
- Durch das Buch/ Kindheitserinnerungen kommt die psychische Verarbeitung von alten Gefühlen dazu.
- Dann hattest Du einen Unfall und hast Schmerzen.
- Was passiert, wenn bei Dir tatsächlich Komplikationen mit den NW auftauchen, ist noch nicht befriedigend geklärt.
Dafür allein braucht so manch anderer ein halbes Jahr.....
Durch den Druck: "Jetzt ist alles beisammen, nun muss ich nur noch loslegen" bricht leichte Panik bei Dir aus. Now it count's. Ich fühle mich aber noch gar nicht bereit dazu, fühle mich überrumpelt
Ehrlich gesagt, würde ich jetzt nicht in Hektik verfallen und in all der Irritation den nächsten Schritt machen, sondern erstmal versuchen, mich zu konsolidieren. Zu stabilisieren.
Ich würde abklären, was im Fall von bedrohlichen NW praktisch passieren soll. Kurzwahltaste Handy zum Arzt z.B., der weiß, worum es geht, wenn es klingelt.
Dann schauen, ob Du Dir eine therapeutische Unterstützung organisieren kannst, falls Du meinst, es ist zu heftig da allein durchzugehen.
Derweil den Bierkonsum niedrig halten, wenn es geht. In so emotional angespannten Spitzenzeiten ist ein Entschluss "Und jetzt hör ich auch noch ganz auf zu Trinken" nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Da muss man auch mal realistisch bleiben. Das schadet eher, jetzt direkt mit Bac anzufangen, weil man leicht auf die Idee kommen könnte: "Ach mit Bac hat es auch nicht geklappt. Ich bin ein hoffnungsloser Fall".
Dabei wäre es nur ein höchst ungünstiger Zeitpunkt für den Start. Das wäre schade.
Das ist meine höchstpersönliche, sicher angreifbare Haltung dazu- sie resultiert dabei aus meinen eigenen Erfahrungen.
Druck erzeugt Gegendruck, und den kann man selten wirklich gut gebrauchen.
Du hast schon soviel geschafft, Amy, dranbleiben und ein eigenes Tempo finden, lass Dich nicht hetzen. Von niemandem.
Lieben Gruß
ConnyStatistik: Verfasst von GoldenTulip — 4. Juni 2013, 10:34
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