Für mich ist inzwischen der Unterschied sehr klar:
Craving= körperliches Nachschubverlangen
Trinkwunsch= Wunsch nach Bewusstseinsveränderung.
Saufdruck kommt von zuviel Alkohol, Schnaps, englischer Woche, aus einer Trinkschleife heraus und ist Ergebnis von Entzugserscheinungen:
- morgens direkt weitertrinken wollen
- Kreislaufprobleme
- leichte Übelkeit
- Angstanflüge
- Depressionen
also: ich trinke, um mich wieder "normal", nüchtern (sic), alltagstauglich und arbeitsfähig zu fühlen. Dazu gehört auch, nicht rumzuzittern und sozial möglichst unauffällig zu sein.
Das kann ich mit Baclofen bis zu einem gewissen Grad reduzieren/ steuern. Die Angstzustände werden milder, ich werde schläfrig, verliere (mit der entsprechenden Grundausrichtung) auch die Trinklust.
Wenn ich dann noch ordentlich esse und meine Nerven nicht wegen emotionalen Stresses am Boden liegen, funktioniert es super.
Trinkwunsch ist die "Black-Box", die m.E. nicht durch Bac geknackt wird, sondern wo einem nur die Zeit gegeben wird, an dieser Baustelle zu arbeiten.
Ob "Bacardi-Feeling", EM, Weihnachten, Geburtstag, das Treffen mit einem lieben Freund - oder einfach nur ein ereignisreicher Tag mit dem Unterton "Well-done", da gehen viele (ich mit Sicherheit) in die Knie.
Das Belohnungssystem ist schließlich dafür da, belohnt zu werden. Bei mir funktioniert da kein Wannenbad mit Lavendel.
Ich hab's gemerkt, als ich die Tage wieder von einer "Englischen Woche" runterkam:
Es ist ein starkes Bedürfnis, die Realität auszuknocken. Ich war so froh, wieder nüchtern und normal zu sein. Und doch und doch:
Nothing compares to you.
Eine sehr kippelige Angelegenheit. Ich habe kein anderes Glückskonzept. Das ist das, worum wir uns kümmern sollten.
Meiner Meinung nach helfen (mir) nur ein straight durchgeführtes Verhaltenskonzept und bewusst geänderte Routinen. Wenn- dann.
Soviel zum Trinkwunsch
ConnyStatistik: Verfasst von GoldenTulip — 9. Juni 2012, 16:16
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