Mitlesende Mediziner mögen mir bitte einmal mehr die Vereinfachung nachsehen:
Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ist der wichtigste beruhigende Botenstoff des Zentralnervensystems. Ganz unabhängig davon, ob sie im GABA-A oder im GABA-B-System wirkt. Allerdings ist das A-System "dominanter" und "effektiver".
Soll heißen: Das "Hirn sucht" zuerst am GABA-A-Rezeptor nach "Entspannung". Wird es dort fündig, lässt es GABA-B "links liegen". Nur wenn die Suche am GABA-A-Rezeptor erfolglos war, weicht es auf den "trägeren" GABA-B-Rezeptor aus.
Weil "abhängige Menschen" sich an den schnellen Erfolg über den GABA-A-Rezeptor gewöhnt haben und das abrupte Absetzen dort nicht unproblematisch ist, braucht es eine gewisse Zeit und Geduld, bis man sich auch mit der moderateren Wirkung an GABA-B arrangiert hat. Ein weiteres "Manko" aus Sicht des Wirkungstrinkers ist zudem, dass sich mit Baclofen am GABA-B-Rezeptor kein Rauschgefühl einstellt.
Baclofen steht also eher für die "langweilige" Form der Entspannung. Ohne Rausch, ohne Sucht, ohne Toleranzentwicklung. Abhängige Menschen profitieren in erster Linie von dem Medikament, weil es Craving eindämmen kann. Vielleicht hast Du Lust, in diesem Zusammenhang auch einen Blick in den zu werfen.
PapflStatistik: Verfasst von Papfl — 30. August 2015, 14:50
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