In der Tat, ein spannendes Thema. Ich komme erst jetzt dazu, zu antworten. Urlaubsstress. Sorry.
Kindern in der heutigen, vorbildsarmen Zeit der dekadenten Überflutung mit oberflächlichen Zerstreuungen und Lebensphilodophien fällt es ohnehin schwer, sich selbst zu finden und eine Identität zu entwickeln. Sie haben wenig Möglichkeiten, sich mit der Welt auseianderzusetzen und etwas zu gestalten oder zu verändern. Alles wird von kurzlebigen Medien- und Lifestylestandards zugemüllt, billige Fertigprodukte machen die mühevollere eigene Kreativität überflüssig. Eltern fällt es schwer, Grenzen zu setzen, eigene Prinzipien vorzuleben oder überhaupt Interesse zu wecken. Die Pubertät wird zu einem Drama für alle Beteiligten. Denke ich an diese Zeit bei meiner Tochter und ihren Sozialkontakten habe ich rückblickend schon den Eindruck, es damals leichter gehabt zu haben. Zur Liebe der Eltern und zu den Eltern gehört gegenseitiger Respekt. Das scheint immer schwieriger zu werden.
Eltern können auf die Entwicklung ihrer Kinder immer weniger Einfluss nehmen, zu zahlreich und verfügbar sind die attraktiveren Alternativangebote. Meine Eltern hätten es in dieser Hinsicht leichter - ohne Internet, Handys und 24-Stunden TV auf zahllosen Kanälen. Dafür hätten sie als Teilnehmer des "Wirtschaftswunders" allerdings weniger Zeit, Kinder waren eben einfach dabei und liefen so mit.
Für meine Beziehung zu meiner Tochter hat sich das einfache "Ich bin für dich da, wenn du mich brauchst" als gute Basis erwiesen. Ich denke, Sie fühlt sich geliebt und nimmt ihre Eltern als Orientierungshilfe an. In manchen Punkten aber auch sehr kritisch. Inzwischen ist sie erwachsen und ich kann nur hoffen, das ihre Basis stabil genug ist.
Liebe Grüße,
Arno
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Edit des Admin: Mit Arnos Erlaubnis hierher kopiert. Hier ist Arnos Statistik: Verfasst von Arno — 27. August 2014, 18:54
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