Danke Euch beiden.
es ist eben so unheimlich schwer, sich wirklich und endgültig einzugestehen, das man doch ganz alleine die Schuld an der Misere trägt. Schon richtig, was Rockine schreibt. Natürlich denke ich "Warum nur Du - es gibt doch so viele andere"
Immerhin reift die Erkenntnis, das es so nicht weiter geht. Alles andere kommt dann vieleicht, wenn die Birne erstmal wieder richtig frei ist. Aber das ist sie eben auch nicht bei "nur noch" 0,75L Wein am Abend...
Mir haben meine Freien Tage doch gut getan, warum kann sich das denn nicht endlich mal im Erinerungszentrum festsetzen?
Ich denke, ein großes Problem ist eben wirklich die Labilität. Ich schaffe es mit mühe und not, wieder etwas Aufzutauchen und plötzlich gelingen dann auch wieder Dinge... Nur ist dann eben auch die Kraft aufgebraucht und der Kern liegt offen. Da reicht dann eben leider ein beschxxx Telefonat mit der Ex/F und plötzlich bricht alles in sich zusammen. Das aus meiner Sicht unfassbare ist, das Sie das doch ganz genau weiß. Sie Predigt immer, mann soll verständnisvoll und freundlich zu seinen Mitmenschen sein. Warum ist sie das dann nicht auch mir gegenüber?
Wenn ich mich nicht von Ihr löse, wird es wohl alles nichts werden. Aber wenn ich mich löse, dann ist da eben nur noch Leere und selbstmitleid und es wird erstrecht nichts. Also 0 Punkte und schon verloren, egal was ich mache!
Jetzt versuche ich mich erstmal darauf zu trimmen, das es ja in beiden Fällen trotzdem richtig und sinnvoll ist, den Alk abzuschwören. Ob nun auf "gesundes Maß" oder total sei mal dahingestellt. Nur wie soll ich dann die Leere ausfüllen, wenn nichtmal meine Liebste mir Mut zusprechen möchte und zuhört? Woher soll denn die Kraft für einen Neuanfang kommen, wenn die Perspektive schlicht dunkel ist? Wie soll ich neue Bekanntschaften machen, wenn ich vor Selbstmitleid und Depressionen dahindümpel? Und überhaupt, wer hätte denn schon ernsthaft Interesse an nem Depri, mit dem man nicht mal gepflegt ein Wein oder Bier trinken gehen kann? Da bräuchte ich wohl schon jemand, mit ausgeprägtem Helfersyndrom

Wenn mir jemand sagen würde, du darfst jetzt nie mehr Fernsehen gucken, oder was auch immer, so what? Aber uns wird gesagt, ihr dürft jetzt nicht mehr teilhaben, in unserer Gesellschaft, so wie ihr sie kennt. Das Recht zur Selbstentfaltung auch dahin. Spontanität, Leichtigkeit, Genuß ohne Reue? Fehlanzeige.
Ich konnte nie gut mit Verboten, bin eher anarchistisch veranlagt. Deshalb glaube ich auch, das es so bei mir nicht funktionieren wird. Ich brauche irgendwie das Gefühl, das ich ja "dürfte", aber eben nicht will. Bei vielen anderen Dingen bekomme ich das doch auch hin. Hab Leute im Bekanntenkreis, die gerne mal nen Joint kreisen lassen. Interessiert mich einfach nicht, will ich nicht. Kein Problem.
Wenn ich jetzt aber tatsächlich wieder die 0,0 anpeil und dann kommt der Kumpel daher mit "och, ein Bier/Wein geht doch" dann schmilzt der Widerstand dahin. Dann geht.
Wir kennen es doch alle, das elendige gefasel "ja, aber ab morgen...". Gestern war "Mogen" heute. Es wird Zeit und Rockine hat recht - Wenn ich mich selbst lese, ob hier oder in meinem privaten Aufzeichnungen - dann lese ich, das die Erkenntnis längst da ist und es "nur" an der Umsetzung mangelt. Nun, der Raucher (und ich bin leider einer) weiss auch, das es schwachsinnig/schädlich/teuer ist, an den Glimmstengeln festzuhalten. Aber macht das das Aufhören leichter?
Und womit die riesigen Lücken füllen, die sich sicher erstmal auftun, wenn plötzlich der allabendliche Austausch mit dem flüssigen Seelenklempner ausbleibt? Ich fühle doch so schon (ohne meine Ex/F) das es mir schwer fällt, meine Zeit sinnvoll und auch befriedigend zu füllen. Schon merkwürdig - Damals haben wir vor der blöden Glotze gesessen und uns angeschwiegen. Jetzt, alleine vor der Glotze fahlt etwas... Und wenn Sie mir dann auch noch erzählt, das Ihr der Abstand guttut und sie sich wohl fühlt wie lange nicht, dann freue ich mich wirklich aufrichtig für Sie, aber gleichzeitig macht sich dann eben auch eine Wut breit, das es mir nicht auch so gut geht.
Wenn dann noch der Veltliner gerade die Oberhand hat, dann richte ich diese Wut auch gegen Sie. Dann erscheint es plötzlich so logisch und glasklar, das Sie doch die eigentlich böse und schuldige ist. Dabei ist es doch in wirklichkeit nur wut auf mich selbst. Darauf, das ich mit tatkräftiger Unterstützung von Captain' Alk mal wieder alles verrissen habe und sich trotzdem Lernrissestenz weiter fortsetzt.
Ich hab viel Pech gehabt in den letzten Jahren und beiweiten nicht alles hab ich mir selbst oder dem nassen Feind zuzuschreiben. Aber es ist an der Zeit, den Kopf wieder aus dem Sandberg hervorzuholen und mit neuem Mut weiterzumachen. Vieleicht lassen sich dadurch auch einige Dinge aus der Vergangenheit noch bereinigen und umbiegen, aber sicher lässt sich dann die Zukunft besser gestallten.
Da will ich hin. am liebsten mit dem positiven und stärkendem Gefühl im Hinterkopf, das Sie mir das auch wünscht und daran glaubt. Wenn es aber gar nicht anders geht, dann will ich das auch alleine schaffen. Auch wenn Erinnerung dann ewig schmerzen wird und ich mich ständig frage, was wäre alles möglich gewesen.